Schweizer Uhren als Ladenhüter bei Christie’s

Logo des Auktionshauses Christie's an einem Gebäude
Bei Christie’s bekamen manche Uhren nicht mal die Schätzwerte. (Bild: R. Dorard / unsplash)

Die jüngste Auktion von Luxusuhren bei Christie’s in Genf erzielte zwar teils gute Verkaufserlöse. Doch für manche Uhrenmarken sah es düster aus.

Der Hammer fällt, ein Raunen über den hohen Verkaufspreis geht durch den Saal und dann klatschen die Anwesenden.

So finden normalerweise die Versteigerungen bei den bedeutendsten Auktionshäusern der Welt, wie Sotheby’s und Christie’s, statt.

Maximale Schätzwerte verfehlt

Doch mittlerweile sind viele Auktionen ins Internet abgewandert, wie die «Watches Online: The Geneva Edit» von Christie’s, bei der diese Woche 257 Luxusuhren ohne Raunen und Klatschen unter den Hammer kamen.

Auffällig sind an den Versteigerungsresultaten aber, wie viele Modelle gar keine Käufer fanden oder die Verkaufspreise deutlich unter den Schätzwerten der Uhrenexperten von Christie’s lagen.

Uhrenpapst Genta nicht gefragt

So fand sich für eine Audemars Piguet aus Weissgold mit der Referenz 26022BC für einen Schätzwert von 30.000 bis 50.000 Franken kein einziger Käufer.

Selbst günstigere und sogar limitierte Modelle, wie die IWC Schaffhausen «Portugiesischer Chrono-Rattrapante» mit der Referenz 3712 für einen Schätzwert von 10.000 bis 20.000 Franken blieb laut Christie’s ohne ein Gebot einfach liegen.

Auch ein Chronograph Gérald Genta aus Titanium mit Endloskalender, Referenz G.3489.7, fand keinen Interessenten, obwohl der Schätzwert «nur» bei 8000 bis 16.000 Franken lag.

Gérald Genta Uhr bei Christie's
Ladenhüter Gérald Genta bei Christie’s (Screenshot: muula.ch)

Zwei günstige Zeitmesser der Luxusmarke Cartier fanden ebenfalls keinen Absatz.

Liegen geblieben ist auch eine Universal Geneva aus Gelbgold mit arabischem Ziffernblatt für nicht einmal 3000 bis 6000 Franken, die eigens für den Sultan Qaboos von Oman angefertigt worden war und sein Portrait trägt.

Früher waren solche Sammlerobjekte für die arabische Welt heiss begehrt, wie muula.ch berichtete.

Patek Philippe erfolgreich

Klar gab es auch diesmal bei der Genfer Uhrenauktion einzelne Highlights, bei denen die Verkaufspreise deutlich über den Schätzwerten lagen.

So wechselte selbst eine Quarzuhr von Vacheron Constantin aus Gelbgold mit der Referenz 70003/411 statt für einen Schätzwert von 6500 bis 10.000 für 25.600 Franken den Besitzer.

Luxusuhr für das Sultanat Oman
Luxusuhr für das Sultanat Oman. (Screenshot: muula.ch)

Eine Patek Philippe «Calatrava» aus Edelstahl aus dem Jahr 1946 mit der Referenz 96 erzielte 21.760 Franken, statt der geschätzten 5000 bis 10.000 Franken.

Eine andere «Calatrava» aus Gelbgold mit der Referenz 2509 aus dem Jahr 1953 kam über den doppelten Schätzwert letztlich auf 33.280 Franken.

Doch viele Nobelticker bekundeten bei der Christie‘s Auktion arge Mühe, überhaupt das Schätzintervall zu verlassen. Am Ende brachte die Versteigerung nicht einmal 5 Millionen Franken ein.

Millionenwerte realisiert

Im Mai dieses Jahres, als bei Christie’s in Genf viele seltene Luxusuhren unter den Hammer kamen, waren für 228 Modelle noch über 33 Millionen Franken erzielt worden.

Eine Quarzuhr aus Edelstahl von J.P. Journe für die Wand aus dem Jahr 2003 erzielte 158.750 Franken, obwohl der Schätzwert nur zwischen 10.000 und 20.000 Franken lag.

Zudem kam eine Armbanduhr von J.P. Journe Tourbillon aus Platinum trotz hohem Schätzwert von bis zu 1 Million Franken auf über 2,4 Millionen Franken.

Eine Luxusuhr von A. Lange & Söhne aus dem Hause Richemont
Eine Luxusuhr aus dem Hause Richemont war begehrt. (Screenshot: muula.ch)

Für einen Chronographen von Audemars Piguet vom Jahr 1937 aus Platin wurden über 2,1 Millionen Franken geboten, trotz Schätzwert von maximal 400.000 Franken.

Für einen Nobelticker Tourbillon aus 18-karätigem Roségold aus dem Hause A. Lange & Söhne, das zum Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont gehört, zahlte eine Person 723.900 Franken, statt des Schätzwertes zwischen 80.000 und 160.000 Franken.

Markenname entscheidet

Nur für ein paar seltene Rolex und eine Luxusuhr von Harry Winston, eigentlich einer Schmuckmarke, fiel kein Hammer, gab es kein Raunen und keinen Applaus.

Doch das lag nicht an der Internet-Auktion, sondern wohl am fehlenden Beliebtheitsgrad der Zeitmesser bei den Uhrenfans.

25.10.2026/kut.

Schweizer Uhren als Ladenhüter bei Christie’s

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