
Das Reiseverhalten für Business und für Ferien unterscheidet sich stark. Doch die am meisten besuchten Orte sind nicht einmal die Kostentreiber.
Der Reisekonzern Dertour Suisse gewährt einen seltenen Einblick in die Reisebuchungen von Geschäftsleuten.
Während Ferienreisen stärker vom Preis, persönlicher Präferenz und geopolitischer Lage beeinflusst würden, seien Geschäftsreisen an konkrete Geschäftsanlässe und Destinationen gebunden, teilte das Reiseunternehmen diese Woche mit.
Auswertung von Buchungsdaten
Kundenbesuche, Servicetermine oder internationale Projekte liessen sich eben nicht ohne Weiteres verschieben oder durch Videokonferenzen ersetzen, hiess es zunächst etwas eigennützig.
Bei Geschäftsreisen zeige sich allerdings ein deutliches Gefälle zwischen Reisevolumen und wirtschaftlicher Bedeutung, so der zur deutschen Rewe-Gruppe gehörende Reisekonzern weiter.

Europa sei bei Schweizer Unternehmen mit einem Anteil von 65 Prozent klar die wichtigste Region nach Anzahl der Geschäftsreisen, wie aus Buchungsdaten von bta first travel und Finass Reisen, den beiden Geschäftsreiseanbietern von Dertour Suisse, hervorgehe.
Dahinter folgten Nordamerika und Asien.
Europa kostet nur 22 Prozent
Doch beim Umsatz zeige sich ein anderes Bild: Nordamerika stehe mit 37 Prozent an erster Stelle und Asien komme auf 26 Prozent, hiess es.
Zusammen stünden die beiden Fernmärkte für 63 Prozent des Umsatzes, was auf der anderen Seite die Ausgaben der Firmen darstellen.
Und die Region Europa, obwohl sie klar die wichtigste Reiseregion für Schweizer Businesstrips ist, ist nicht der grösste Kostentreiber, denn der Umsatzanteil der Reisebüros beträgt laut Dertour Suisse nur 22 Prozent.
Schanghai, Chicago und Dubai
Selbst bei den einzelnen Destinationen zeige sich dieser Unterschied von Volumina und Bedeutung bei den Kosten.
Wien, London, Barcelona, Hamburg und Amsterdam gehörten zu den meistbereisten Städten von Schweizer Geschäftsleuten.
Betrachte man hingegen den Umsatz, lägen Schanghai, Hongkong, New York, Chicago und Dubai vorne.
Kurze Aufenthalte im Fokus
Eine Geschäftsreise innerhalb Europas dauert bei Finass Reisen durchschnittlich drei Tage. Bei Überseereisen seien es sechs Tage, verriet der Reisekonzern ausserdem.
Bei bta first travel liege die Durchschnittsdauer einer Schweizer Geschäftsreise unabhängig von der Destination bei ein bis zwei Tagen.
Ferien viele Monate im Voraus buchen
Geschäftsreisen würden obendrein gezielt geplant, vergleichsweise kurzfristig gebucht und erforderten ein hohes Mass an Flexibilität.
Sowohl bei bta first travel als auch bei Finass Reisen lag im Untersuchungszeitraum die mittlere Vorausbuchungsfrist von Geschäftsreisen bei rund 20 Tagen.
Zum Vergleich: Bei Kuoni und Helvetic Tours, wo die Schweizer ihre Ferienreisen buchen, lag 2025 die durchschnittliche Vorausbuchungszeit bei 122 Tagen, bei Hotelplan und Migros Ferien bei durchschnittlich 94 Tagen.
Balance zwischen Effizienz und Kosten
Rund 13 Prozent der Buchungen bei Finass Reisen würden zudem umgebucht und bei zirka 5 Prozent komme es aufgrund einer Stornierung zu einer Rückerstattung.
Bei bta first travel würden 11 Prozent der Buchungen storniert oder umgebucht.

Und viele Schweizer Geschäftsreisende wollen persönlichen Service. Mehr als die Hälfte aller Businesstrips werden offline gebucht, wie der Reisekonzern bekanntgab.
Schweizer Firmen achteten besonders bei der Buchung auf eine gute Balance zwischen Effizienz, Kosten und Flexibilität.
Dies machte Dertour Suisse aber als wichtigste Faktoren für alle Geschäftsreisen klar, egal, ob sie nach Europa, Nordamerika oder Asien gingen.
04.10.2026/kut.




