Zürich mit grösster Immobilienblase der Welt

Ein Blick über Zürich
In Zürich legten die Immobilienpreise real um 4,6 Prozent zu. (Bild: T. Reich / unsplash)

Die Schweiz steuert auf eine gigantische Immobilienblase zu. Doch die Aufgabe der Nullzinspolitik ist dabei nicht einmal ein passendes Gegenmittel.

Die Stadt Zürich weist weltweit das höchste Risiko einer Immobilienblase auf.

Dies ist das Resultat der neuesten Ausgabe des «Global Real Estate Bubble Index» unter 23 Metropolen, welchen die Grossbank UBS regelmässig publiziert.

Entspannung bei altem «Sieger»

Neben Zürich liege Tokio in der höchsten Risikokategorie, teilte das Geldhaus am heutigen Dienstag zu der Analyse weiter mit.

Miami, das in den vergangenen beiden Jahren den höchsten Indexwert verzeichnete, falle mittlerweile in die Kategorie nur noch mit erhöhtem Risiko zurück.

Erhöhte Risiken verzeichneten aber auch Dubai, Seoul, Genf und Lissabon, gaben die Banker an.

Preisanstieg um 140 Prozent

Die Schweiz hat mit Zürich und Genf gleich zwei Metropolen unter den Top-6-Risikodestinationen.

In den vergangenen 20 Jahren verzeichnete Zürich unter allen untersuchten Städten den stärksten Anstieg der Wohnungspreise, nämlich um 140 Prozent.

Real-Estate-Bubble-Index der UBS für 2026
Zürich hat einen heissgelaufenen Immobilienmarkt. (Quelle: UBS)

Mittlerweile muss man sogar theoretisch schon 46 Jahre lang Miete bezahlen, um ein Appartement in der Limmatstadt kaufen zu können.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich dies nochmals um 3 Jahre an Mietzahlungen verlängert.

In Genf liegt der Wert bei 40 Jahre, was zwar etwas weniger ist, aber weltweit immer noch einen Rekordwert darstellt.

Portugal und Korea im Fokus

In der Schweiz verstärkten tiefe Finanzierungskosten die Ungleichgewichte in Zürich und Genf, erklärten die Immobilienexperten.

Seoul und Lissabon bekamen in diesem Jahr aber die stärkste Zunahme der Marktungleichgewichte zu spüren, hiess es weiter.

Erhöhte und teilweise wieder steigende Finanzierungskosten begrenzten allerdings das Potenzial für weitere Preisanstiege zumindest kurzfristig, erklärte die UBS.

Für Zürich gelten moderate Preisanstiege aber langfristig kaum, denn die hohe Standortattraktivität und der Zuzug internationaler Fachkräfte – insbesondere aus den Bereichen Technologie und künstliche Intelligenz – stützten die Wohnraumnachfrage.

Kaufpreise Immobilien im Verhältnis zu den Mietpreisen
In Zürich müssen Wohnungskäufer fast ein halbes Jahrhundert an Mietzahlungen aufwenden. (Screenshot: muula.ch)

Selbst wenn die Schweizerische Nationalbank SNB also an die Zinsschraube anziehen würde, gingen die Immobilienpreise in Zürich wohl nicht rasant, sondern eher gemächlich nach unten, es sei denn, der ganze Markt bricht komplett in sich zusammen.

15 Prozent an Preiseinbrüchen

Viele Immobilieninvestoren kaufen Wohnungen aber, um sich vor der Inflation zu schützen. Doch bei Immobilien in Spitzenlagen gilt das nur mässig, wie die UBS vorrechnete.

In mehr als der Hälfte der untersuchten Städte bot Wohneigentum in den vergangenen fünf Jahren keinen wirksamen Schutz vor der Teuerung, erklärten die Experten.

Märkte, die 2021 der höchsten Risikokategorie angehörten, verzeichneten seither mit durchschnittlich rund 15 Prozent die stärksten realen Preisrückgänge.

Verkehrte Welt bei Teuerung

Entscheidend sei auch Ausmass und Dauer des Inflationsschocks gewesen: In Städten mit überdurchschnittlicher Inflation sanken die realen Wohnungspreise im Mittel um rund 5 Prozent.

Städte mit unterdurchschnittlicher Inflation erzielten im gleichen Zeitraum eine durchschnittliche reale Preissteigerung von rund 10 Prozent.

Immobilienkäufe sollten also gut überlegt sein.

Zuwanderung als Treiber

Generell sollte London aber auch eine Warnung für die Schweiz sein.

Londons Wohnungsmarkt blieb nämlich das fünfte Jahr in Folge schwach, wie die UBS weiter bekanntgab.

Die inflationsbereinigten Wohnungspreise lagen inzwischen mehr als 15 Prozent unter dem Niveau von 2021, weshalb die Stadt in die niedrige Risikokategorie des Blasen-Index gerutscht ist.

Gleichzeitig blieben die Mieten aufgrund des chronischen Wohnungsmangels und der verhaltenen Bautätigkeit nahe ihren Rekordständen. Dies dürfte wohl jedem Zürcher auch bekannt vorkommen.

Die fehlende Erschwinglichkeit und der jüngste Bevölkerungsrückgang bremsten jedoch eine breit abgestützte Markterholung in London, hiess es weiter.

Auch das könnte hierzulande zum Problem werden.

22.09.2026/kut.

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