
Die Behörden bereiten sich regelmässig auf einen Notfall in einem der drei Schweizer Kernkraftwerke vor. Dies merken Aussenstehende nun in Beznau.
Eines der grössten Risiken der Schweiz ist eine Havarie in einem Atomkraftwerk.
Und damit das Land für den Fall der Fälle gut vorbereitet ist, üben die Behörden regelmässig die Bewältigung eines Störfalls mit Partnerorganisationen, dieser Tage beim Atomkraftwerk Beznau, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz Babs mitteilte.
Reaktorblöcke nicht involviert
Bis zum heutigen Freitag wurde der Transport von Notfallmaterial, wie Generatoren und Pumpen, mit Lastwagen der Schweizer Armee geübt, hiess es weiter.
Dabei komme es zu Transportbewegungen zwischen dem Kernkraftwerk Beznau und anderen Einrichtungen, die auch Aussenstehende bemerken könnten.
Doch der Betrieb der zwei Reaktoren des zum Axpo-Konzern gehörenden Atomkraftwerks sei nicht beeinflusst.
Halbe Schweiz auf den Beinen
Zu den Stellen, die neben dem Kernkraftwerk Beznau und dem Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi an der Übung teilnehmen, gehören die Nationale Alarmzentrale NAZ, die Gruppe Verteidigung, das Bundesamt für Gesundheit BAG, mehrere Kantonslabors, der Kantonale Führungsstab Aargau sowie Führungsstäbe weiterer Kantone und Partnerorganisationen.
Mit anderen Worten sind seit dem 14. September sämtliche Notfallorganisationen des Landes an der Gesamtnotfallübung der Schweiz in irgendeiner Form beteiligt.
Jod zur Vorbeugung
Zu den Vorbereitungen der Schweiz auf einen Supergau gehört es bekanntermassen auch, dass alle Haushalte in der Nähe von Kernreaktoren eine Packung Jodtabletten pro Person erhalten haben.
Jod lagert sich in der Schilddrüse ein und damit kann dort kein radioaktives Material mehr hineingelangen. Die Einnahme wird von den Behörden bei einer Havarie angeordnet.
Messgerät in der Luft
Am Donnerstag fanden bei dem Test zudem Messflüge für Radioaktivität statt.
Ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Luftwaffe führte Messungen in der Grossumgebung des Kernkraftwerks Beznau durch.
Der Helikopter flog dabei in einer Höhe von nur rund 100 Metern über dem Boden in parallelen Bahnen, was für Aussenstehende wahrscheinlich komisch ausgesehen haben dürfte.
Suche nach Verbesserungen
Ziel der Übung sei das Training von Behörden und Einsatzorganisationen, hiess es weiter vom Babs.
In einem Schlussbericht werde aufgezeigt, welche Planungen und Prozesse sich bewährt haben und wo Optimierungspotenzial bestehe.
Doch die ganze Welt hofft natürlich, dass es in den ältesten Atomreaktoren des Planeten, die hierzulande stehen, nie zu einem ernsthaften Störfall kommt.
18.09.2026/ena.



