
Die Schweizer Im- und Exporte sind im August stark eingebrochen. Ökonomen sehen aber aus mehreren Gründen wenig Beunruhigung.
Der Schweizer Aussenhandel hat einen extrem schwachen August verzeichnet.
Die Gesamtexporte seien um 17,2 Prozent auf 23,0 Milliarden Franken gesunken, teilte das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG am Donnerstag mit.
Chemie-Pharma als Hauptgrund
Real, also unter Berücksichtigung der Teuerung, lag das Minus noch bei 8,6 Prozent, womit sie auf das Niveau von März / April des laufenden Jahres zurückgefallen seien, hiess es weiter.
Der markanten Exportsteigerung der Sparte Chemie-Pharma im Juli von 27,6 Prozent sei im August ein ebenso kräftiger Rückgang von 32,2 Prozent beziehungsweise 5,2 Milliarden Franken gefolgt, erklärte die Zollverwaltung zu den Entwicklungen.

Regional betrachtet waren alle drei bedeutenden Absatzräume von rückläufigen Exporten betroffen.
Nordamerika erfuhr ein Minus von 31,0 Prozent, was fast vollständig auf rückläufige Ausfuhren in die USA von 1,4 Milliarden Franken zurückging.
Exporte nach Asien sanken um 18,9 Prozent und nach Europa um 9,1 Prozent.
Milliarden weniger an Einfuhren
Die Importe reduzierten sich gegenüber dem Vormonat um 11,6 Prozent auf 17,4 Milliarden Franken. Real sanken die Einfuhren immer noch um 3,1 Prozent, rechnete die Zollverwaltung vor.
Damit kamen die Importe auf das Niveau vor Jahresfrist zu liegen.
Der Rückgang sei aber auch hier nahezu vollständig auf die deutlich gesunkenen Einfuhren der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse zurückzuführen, die um 35,8 Prozent beziehungsweise 2,5 Milliarden Franken abgenommen hätten.
Überschuss bleibt hoch
Nach Herkunftsregionen betrachtet importierte die Schweiz weniger Waren aus allen drei grossen Wirtschaftsräumen.
Europas Einfuhren sanken um 7,5 Prozent, während die Bezüge aus Asien um 1,2 Prozent und jene aus Nordamerika um 2,7 Prozent zurückgingen.
Die Handelsbilanz der Schweiz schloss mit einem Überschuss von 5,6 Milliarden Franken, was immer noch einen vergleichsweise hohen Wert darstellt.
Breit abgestützter Aufschwung
Der Schwächeanfall im August scheint für die Schweiz verkraftbar.
Am Donnerstag stuften die Bundesökonomen das Wachstum des Bruttoinlandprodukts des Landes für dieses Jahr von 0,9 auf 1,7 Prozent markant auf.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco begründete den positiven Schritt mit verbesserten Stimmungsindikatoren, die branchen- wie nachfrageseitig breit abgestützt gewesen seien.

Das durchaus günstigere weltwirtschaftliche Umfeld sowie die jüngste Abwertung des Schweizerfrankens stützten trotz Gegenwinden. Auch der Staatskonsum und die Bauinvestitionen legen zudem markant zu.
Selbst der Aussenhandel dürfte sich über alles positiv entwickeln, auch wenn im zweiten Halbjahr einzelne Gegenbewegungen einsetzen würden, hiess es weiter zuversichtlich.
17.09.2026/kut.



