
Manche Schweizer glauben, ihr Land könne autark sein. Doch nur schon bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln ginge ohne Ausland rasch nichts mehr.
In der Schweiz halten sich viele Mythen hartnäckig.
Eine dieser Legenden ist, dass die Schweiz ohne das Ausland eigenständig überleben könnte.
Vor allem Pflanzen fehlen
Doch dies ist überhaupt nicht der Fall und dabei braucht nicht einmal die Stromlücke im Winter herangezogen zu werden.
Es geht um die profane Versorgung mit Lebensmitteln, welche die Schweiz nicht einmal selbst für ihre Einwohner sicherstellen könnte.
Um dies zu sehen, reicht ein Blick in die Landwirtschaftsdaten, welche das Bundesamt für Statistik BFS unlängst aufbereitet hat.

Demnach liegt der Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln des Landes gerade noch bei 50 Prozent. Vor ein paar Jahren waren es noch über 60 Prozent gewesen.
Bei pflanzlicher Nahrung sank die Eigenversorgung von über 40 Prozent auf nur noch 31,3 Prozent, wie das BFS weiter schrieb.
Verbrauch pro Kopf sinkt
Doch dabei spielt nicht einmal das Bevölkerungswachstum eine grosse Rolle.
Gewiss, mit mehr Menschen in der Schweiz kann die limitierte Landwirtschaftsproduktion im Inland pro Kopf nur sinken.
Doch auch der Export bleibt konstant und beim Import geht es ebenfalls nicht nach oben. Insofern muss der Inlandverbrauch pro Kopf sinken, und genau dies zeigen auch die Daten.

Die Schweizer Landwirte produzieren zudem immer weniger, besonders seit der Coronavirus-Pandemie.
Die Herstellung von Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben oder etwa Kuhmilch, alles geht seit Jahren zurück, wie die Daten vom BFS eindrücklich zeigten.

Gute Schweizer Milch wird auch immer rarer. Vor einigen Jahren lag die Produktion noch bei 4 Millionen Tonnen pro Jahr.
Nun sind es deutlich weniger, was die Schweizer Bauern an Milch herstellen.
Bei Eiern zeigen sich jetzt schon ständig Versorgungskrisen, wie muula.ch berichtete.

Gerade einmal bei tierischer Nahrung kann die Schweiz halbwegs ihren eigenen Bedarf decken.
Doch dies liegt wohl auch eher daran, dass immer mehr Menschen auf den Verzehr von Fleisch verzichten und die Produktion von Geflügel anzog.

Eine Selbstversorgung der Schweiz ist also quasi unmöglich und falls ein solches Ansinnen vorgetragen wird, sollte dies dem Land zu denken geben.
Hohe Abhängigkeit
Klar, Bauern muss jeder Staat gutbehandeln, denn sie können nicht einfach an einen anderen Ort gehen und neu anfangen.
Doch sollte die Schweiz etwa einen Streit mit der EU riskieren, dürften bei einer Brüsseler Blockade hierzulande rasch die Nahrungsmittel knapp werden.
Mit ein paar Kennzahlen lässt sich praktisch jede Legende über die Schweiz einfach enttarnen, selbst wenn die Propagandamaschine im Land auf Hochtouren läuft und das Gegenteil behauptet.
07.07.2026/kut.



