
Ein US-Investor wollte in den Verwaltungsrat beim Uhrenkonzern Swatch einziehen. Doch die Aktionäre um Familie Hayek setzen sich nun durch.
Der Bieler Swatch-Konzern hat den Angriff eines amerikanischen Investors zum zweiten Mal abgewehrt.
An der ordentlichen Generalversammlung (GV) der Aktionäre am heutigen Dienstag sei Andreas Rickenbacher mit 92,2 Prozent der Stimmen zum neuen Mitglied des Verwaltungsrats gewählt worden, teilte die Uhrenfirma gleichentags nach Abschluss der GV mit.
Lokal statt International
Die Familie Hayek hatte Rickenbacher als Vertreter für das Aufsichtsgremium vorgeschlagen, wie muula.ch berichtete.
Rickenbacher ist ein Schweizer Betriebswirt, der von 2006 bis 2016 SP-Regierungsrat des Kantons Bern war. Zuvor war er als Unternehmer und Berater tätig gewesen.
Der Vorschlag der Inhaberaktionäre, den US-Investor Steven Wood als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat zu wählen, sei hingegen von der Generalversammlung mit 79,6 Prozent abgelehnt worden.
Klar, allein die Hayeks haben rund 44 Prozent der Stimmen.
Inhaberaktionäre wollten Wood
Dies sei für Wood nach 2025 bereits die zweite Niederlage in Folge, hob die Swatch Group hervor.
Die Aktionäre hätten sich das zweite Mal deutlich gegen seine Wahl als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat ausgesprochen, hiess es weiter.
Zuvor hatte sich laut Medienberichten aber Wood gegen Rickenbacher als klarer Vertreter der Inhaberaktionäre durchgesetzt.
Statuten «bestimmen»
Die Hayeks ignorierten dies aber quasi.
Der Verwaltungsrat habe laut Statuten erneut Jean-Pierre Roth, als langjährigen und erfahrenen Vertreter der Inhaberaktionäre im Verwaltungsrat bestimmt, erklärte der Uhrenkonzern um Marken wie Swatch, Tissot, Omega, Mido, Longines, Breget & Co.
«Je ein Mitglied des Verwaltungsrates ist als Vertreter der Namen- und der Inhaberaktionäre zu bestimmen», lautete der entsprechende Passus in den Statuten.
ISS und Ethos an der Seite
Für Wood, der sich und seine Anlagefirma Greenwood Investors aus New York diesmal viel besser auf die virtuelle GV der Swatch Group vorbereitet hatte, ist dies eine herbe Niederlage.
Er wollte neben dem Verwaltungsratsmandat für sich einen Strategiewechsel bei dem taumelnden Uhrenkonzern während der Branchenkrise herbeiführen.
Für Aussenstehende sind dabei die rund 24 Tonnen Gold in der Bilanz des Uhrenkonzerns interessant, die noch zu Anschaffungskosten in den Büchern stehen und somit gigantische stille Reserven darstellen.
Doch nach zwei Anläufen wird der Amerikaner seine Angriffe wohl kaum aufgeben. Diesmal fand er bereits Stimmrechtsberater, wie ISS und die Anlagestiftung Ethos, die sich ihm anschlossen.
Daher bleibt es nun spannend, was im nächsten Jahr auf der GV passiert.
12.05.2026/kut.





