
Der Krypto-Markt versucht derzeit eine Bodenbildung. Doch abseits des Aufs und Abs bei Digitalwährungen ändert sich ein bewährtes Investitionsschema.
In der sich ständig ändernden Welt von Kryptowährungen gab es bisher eine Konstante.
Bei der grössten und wichtigsten Cyberdevise, dem Bitcoin, war der Vierjahreszyklus um das sogenannte Halving so sicher wie das Amen in einer Kirche.
Andere Taktgeber
Doch die Entwicklungen in der Krypto-Welt verlaufen rasant und nichts scheint für die Ewigkeit.
Das bisherige Investitionsschema um das Vierjahres-Modell wirke überholt, teilte der Krypto-Vermögensverwalter Bitcoin Suisse in seiner aktuellen Industrie-Analyse mit.
Der Bitcoin-Vierjahreszyklus habe als Taktgeber ausgedient, gaben sich die Kryptoexperten überzeugt.
ETFs bestimmen Marktgeschehen
Der Halving-Impuls, also der Aufschwung beim Bitcoin nachdem die Belohnungen für die Miner alle vier Jahre halbiert wurden, schwäche sich strukturell ab, erklärte die Zuger Kryptofirma.
Die Nachfrageseite werde beim Bitcoin heutzutage stärker durch Exchange-Traded-Funds ETFs und Corporate Treasuries geprägt als durch das Emissionsregime, hiess es weiter.
Abnehmende Renditen
Bisher sank die Menge an neuen Bitcoins, die in Umlauf kommen, durch das Halving regelmässig um 50 Prozent.
Mit der Verknappung des Angebots sollte Inflation verhindert werden, bis die 21 Millionen Bitcoins voll geschürft sind. Dies hatte aber einen grossen Einfluss auf den Bitcoin-Preis und die Marktbewegungen. Daran orientierten sich viele Investoren.

Doch die Änderungen führen nun zu einer völlig neuen Situation: Abnehmende Rückschläge bei gleichzeitig abnehmenden Renditen, weil grosse Nachfrager, wie Blackrock, das ganze Marktgeschehen bestimmen.
Tiefe Korrelation
Beim Blockchain-Geld gibt es noch ganz andere Probleme, wie an der FuW-Konferenz «Blockchain in Financial Services» vergangene Woche in Zürich klar wurde.
Zwar verwiesen die Krypto-Fans auch auf die mittlerweile tiefen Korrelationen von Bitcoin zum Aktienmarkt und Gold, was Investieren in diese Digitalwährungen wegen der Diversifikation attraktiv macht.
Bei Unkorreliertheit lässt sich das Risiko in einem Portfolio reduzieren. Bisher waren teils gleichlaufende Marktbewegungen registriert worden, was das gleichzeitige Investieren nicht besonders sinnvoll machte.

Doch ein Inflationsschutz, wie das «digitale Gold» häufig gehypt wird, sei kaum zu erkennen, hiess es gleich mehrfach.
Governance als Herausforderung
Der Basler Professor Fabian Schär verdeutlichte in seiner Präsentation verschiedene Governance-Probleme.
Wenige grosse Token-Besitzer können die Entwicklungen von Projekten stark beeinflussen, erklärte der Wissenschafter von der Universität Basel.

Auch die Entwicklungen bei Quantencomputer setzen bekanntermassen den Kryptowährungen zu.
Je leistungsstärker die Rechner werden, desto einfacher ist es, die Verschlüsselung zu knacken. Auch dafür braucht das Blockchain-Geld also Lösungen.
Zukunft des Finanzsystems
In der sich ständig ändernden Welt von Kryptowährungen gab es zwar bisher eine Konstante. Doch die verschiebt sich gerade.
Vom Vierjahreszyklus beim Bitcoin bleibt nicht mehr viel übrig. Doch die Kryptowährungen sind gekommen, um zu bleiben, und nur dies scheint noch eine Konstante für die Zukunft.
11.05.2026/kut.





