Migros-Gruppe verdreifacht den Gewinn

Migros-Filiale in Zürich am Flughafen
Migros-Supermärkte, wie hier am Flughafen Zürich, zeigen das typische Design. (Bild: PD)

Die Migros hat ihre Restrukturierung abgeschlossen und glänzt mit einem Milliardengewinn. Doch die grösste Herausforderung steht noch an.

Die Migros-Gruppe hat ihre Transformation mit zahlreichen Unternehmensverkäufen im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Der Umsatz sank dadurch, wenn auch 2025 noch Teile der abgestossenen oder eingestampften Geschäfte noch enthalten waren.

Distanz zu Coop grösser

In den verbleibenden Geschäftsfeldern steigerte die Migros-Genossenschaft Bund den Umsatz um 1,1 Prozent auf 29,4 Milliarden Franken, wie der «Orange Riese» am heutigen Dienstag bekanntgab.

Der ausgewiesene Gruppenumsatz sank um 1,9 Prozent auf 31,9 Milliarden Franken und lag damit deutlich hinter dem Detailhandelskonkurrenten Coop, der 35,5 Milliarden Franken auswies.

Tegut belastet mit 200 Millionen

Der Gewinn der Migros-Gruppe fiel gegenüber 2024 deutlich höher aus und legte von 419 auf 1133 Millionen Franken, also um 171 Prozent, zu.

Dies vor allem wegen Sondereffekten aus Unternehmensverkäufen, welche der Detailhändler auf 700 Millionen Franken bezifferte.

Der Abgang von Tegut bei der Migos-Genossenschaft Zürich belastete aber rund 200 Millionen Franken, wie aus der Präsentation weiter hervorgeht. Das Resultat 2025 ist bei Migros aber fast doppelt so gut wie bei Coop.

Mini-Gewinnmargen

Nachdem die Migros eine Radikalkur mit Verkäufen von Unternehmensteilen, wie Hotelplan, abgeschlossen hat, richtet sich der Blick auf das Basisgeschäft.

Dort hapert es derzeit noch gewaltig, wie die Marktanteilsverluste 2025 verdeutlichen. Insofern sind die Herausforderungen noch gross.

Auch die Gewinnmarge kommt selbst mit Milliardenresultaten nur auf magere 3,6 Prozent nach 1,3 Prozent in 2024.

Marktanteilsentwicklungen bei Migros
Migros verliert im Hauptgeschäft sichtbar Marktanteile. (Screenshot: muula.ch)

Der genossenschaftliche Detailhandel erreichte 2025, bereinigt um veräusserte Unternehmen, einen Umsatz von 16,5 Milliarden Franken, was einem Rückgang von 0,5 Prozent entsprach.

Davon entfielen 15,4 Milliarden Franken auf den Umsatz der zehn regionalen Migros-Genossenschaften und ihrer Tochtergesellschaften.

Die Kunst ist nun, künftig geschlossener am Markt zu agieren. Detailhändler Coop hat das Problem von zehn unabhängig agierenden Einheiten nämlich nicht.

Gesundheitssegment wächst

Denner behauptete sich im intensiven Wettbewerb um Discounter Aldi, Lidl & Co. mit einem Nettoumsatzplus von 0,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken.

Doch auch hierbei verlor die Migros-Gruppe einige Marktanteile, was die Trägheit verdeutlicht.

Umsätze 2025 der Migros-Genossenschaften
Migros-Genossenschaft Zürich büsst ein. (Screenshot: muula.ch)

Gut liefen 2025 der Online-Handel bei Digitec Galaxus und das Gesundheitssegment. Die Migros habe ihre Position als führende Anbieterin von Gesundheitsdienstleistungen ausgebaut, hiess es.

Der Umsatz in diesem Bereich legte hauptsächlich wegen Medbase um 4,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken zu.

Verkäufe gehen nur einmal

Nun, ohne Ballast aus der Vergangenheit mit der abgeschlossenen Portfolio-Bereinigung, kann CEO Mario Irminger sich auf die Supermärkte und die Discounter konzentrieren.

Diese müssen 2026 ihre Marktanteilsverluste im Brot-und-Butter-Geschäft wieder aufholen.

Und Verkäufe von Unternehmensteilen können den Gewinn der MGB nicht mehr pushen.

24.03.2026/kut.

Migros-Gruppe verdreifacht den Gewinn

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