Goldene Zeiten der Airline Swiss verfliegen

Ein A-350 der Fluggesellschaft Swiss
Die Airline Swiss wächst kaum noch. (Bild: PD)

Die Fluggesellschaft Swiss leidet unter Kosten- und Preisdruck. Der Balanceakt, Kunden mehr zu bieten und gleichzeitig zu sparen, kommt in die Schmerzzone.

Die Schweizer Premiumfluggesellschaft Swiss hat 2025 einen gigantischen Gewinneinbruch erlitten.

Das operative Ergebnis sank um fast 30 Prozent auf knapp über 500 Millionen Franken.

Sinkendes Cargogeschäft

Einen Reingewinn weist das zur deutschen Lufthansa-Gruppe gehörende Unternehmen nicht aus. Doch der Umsatz ging im vergangenen Geschäftsjahr um 2,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Franken zurück, wie Swiss am heutigen Freitag bekanntgab.

Hoher Wettbewerbsdruck, eine volatile Nachfrage sowie steigende Gebühren und Wartungskosten hätten Spuren im Ergebnis hinterlassen, begründete die Fluggesellschaft die Entwicklungen.

Auch das Frachtgeschäft sei hinter dem Vorjahresniveau zurückgeblieben, hiess es weiter. An einer Medienkonferenz nannte Swiss auch das volatile USA-Geschäft als Belastung.

Entlastend hätten allerdings die Treibstoffpreise gewirkt und diese Kosten um rund 10 Prozent gesenkt.

Zweistelliger Zuwachs vorbei

Das Wachstum bei Passagierzahlen und Flügen kam im vergangenen Jahr quasi völlig zum Erliegen. Swiss transportierte nur 0,6 Prozent mehr Fluggäste und kam auf rund 18,1 Millionen Passagiere.

Die Zahl der Flüge stieg ebenfalls um 0,6 Prozent auf über 143.000. Im Jahr 2024 hatte der Zuwachs bei den Passagieren und Flügen noch über 9 Prozent gelegen.

Die angebotenen Sitzkilometer (ASK) nahmen um 1,5 Prozent zu; im Vorjahr waren sie um 10,5 Prozent gestiegen.

Die durchschnittliche Auslastung der Swiss-Flieger sank 2025 um 0,8 Prozentpunkte auf mittlerweile 83,3 Prozent.

Investitionen sinnvoll?

Als Premiumfluggesellschaft will Swiss den Passagieren mehr als die Billigkonkurrenz um Easyjet, Ryanair & Co. bieten.

Doch das ist nicht so einfach, während die Ticketpreise sinken und Personal- sowie Sachkosten steigen. Swiss investiert in neue Flugzeuge um den A350, in neue Kabinenausstattung und ins Flugprodukt.

Dies frisst Gewinnmarge und die Frage bleibt, ob sich dies langfristig überhaupt lohnt. Swiss muss quasi gleichzeitig bremsen und Gas geben.

Sparschraube anziehen

Der öffentlichkeitsscheue Swiss-CEO, Jens Fehlinger, der etwa eine Notlandung mit einem Crew-Todesopfer aufarbeiten muss, ruft erneut zum Sparen auf.

«Wir müssen unsere Kosten senken und effizienter werden», sagte er angesichts des Gewinneinbruchs.

Entwicklung des operativen Gewinns der Swiss
Swiss verdient operativ wieder deutlich weniger. (Screenshot: muula.ch)

Doch Beobachter fragen sich, wo er noch Abstriche machen will. Alles ist bereits optimiert, ausser Swiss existiert nur noch auf dem Papier und verlagert alle Tätigkeiten zum günstigeren Mutterhaus Lufthansa.

Selbst Bonusmeilen von Vielfliegern entwerteten Lufthansa, Swiss & Co. bereits mehrmals. Damit können die Firmen aber Rückstellungen auflösen.

Chance verpasst

Die Lufthansa-Gruppe hatte ursprünglich die Idee, Swiss auf dem Peak nach der Coronavirus-Pandemie zu verkaufen, wie muula.ch berichtete.

Das Konzernmanagement konnte sich jedoch letztlich nicht zu dem Schritt durchringen, und nun zeigt sich, wie fatal das Zögern war.

Einen guten Verkaufspreis, der mit hohem Wachstum möglich gewesen wäre, erzielen die Deutschen mit den Gewinneinbrüchen & Co. jetzt nicht mehr.

Neuer Billigtarif?

Die goldenen Zeiten des Premiumcarriers sind endgültig vorbei.

In Fachkreisen wird derzeit gemunkelt, ein neuer Billig-Billig-Tarif unter den ohnehin schon abgespeckten Light-Tarifen komme bald. Damit kann das Kostenniveau von Swiss aber auch nicht bei einer Premiumairline bleiben.

Die Preissensibilität der Kundschaft sei deutlich zu spüren, erklärte das Swiss-Management vor den Medien.

Kerosinpreis als grosses Risiko

Mit dem Angriff von den USA und Israel auf den Iran gehen die Treibstoffpreise durch die Decke – und damit fällt diese Stütze des Ergebnisses zumindest langfristig weg.

Swiss und Lufthansa hätten rund 85 Prozent des benötigten Kerosins für 6 Monate über Optionen gesichert.

Der Kerosinpreis sei mit dem Angriff von den USA und Israels auf Iran aber bereits um 50 Prozent gestiegen, hiess es von Swiss.

06.03.2026/kut./Meldung mit Angaben aus Medienkonferenz ergänzt

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