UBS wirft «Nebelgranate» zu den USA

Logo der Grossbank UBS am Zürcher Paradeplatz
Die UBS ist den Amerikanern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. (Bild: muula.ch)

UBS-CEO Ermotti erklärt, die Grossbank müsse in den USA wegen der globalen Vermögensverwaltung vertreten sein. Doch der wahre Grund ist ein anderer.

Was UBS-Starbanker Sergio Ermotti in der Öffentlichkeit sagt, darf man nicht immer ganz so ernst nehmen.

Milliardenabschreiber angedeutet

Bei seinem Auftritt am «Tag der Wirtschaft» von Economiesuisse sagte er unlängst in Baden, die wahren Gründe für den Untergang der Credit Suisse (CS) lägen noch gar nicht auf dem Tisch.

Die halbe Welt rätselte dann, was der UBS-CEO mit dieser Aussage wohl gemeint haben könnte.

Ermotti meinte aber klar den Milliardenabschreiber der CS in den USA, welcher der Krisenbank letztlich das Genick brach und die Behörden kaschieren wollten, um von ihrem eigenen Versagen abzulenken.

Hin und her um Wegzug

Mal droht die UBS wegen verschärfter Regulierung mit dem Wegzug aus der Schweiz.

Dann distanziert sich das Bankmanagement aber gleich wieder von solchen Aussagen, um es im nächsten Atemzug eine Verlagerung des Hauptsitzes gleich wieder durchblicken zu lassen.

US-Präsenz wegen Ultrareichen?

Nun äusserte sich Ermotti zu den Hintergründen, weshalb seine Grossbank UBS in den USA vertreten sein müsse.

Als globaler Vermögensverwalter müsse das Geldhaus auch in Amerika tätig sein, wo rund 40 Prozent der Millionäre lebten, erklärte der Topmanager am Dienstag gegenüber dem Fernsehsender «CNBC».

Eine Präsenz in den USA sei für den Erfolg notwendig, betonte der UBS-CEO weiter.

Grosser Aktivposten in Bilanz

Doch Wachstum in den USA und eine globale Präsenz für Erfolg sind nur ein Teil der Wahrheit.

Die Grossbank UBS ist den Amerikanern praktisch seit je auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

UBS-Aktivseite der Bilanz
DTA sind in der UBS-Bilanz mit über 11 Milliarden Dollar aktiviert. (Screenshot: muula.ch)

Das Geldhaus hat nämlich mittlerweile über 11 Milliarden Dollar an sogenannten Deferred Tax Assets (DTA), also Steuergutschriften, in den Büchern stehen.

Der Grossteil davon geht im Konzernabschluss auf das US-Geschäft zurück.

Rechnungslegung hilft

Wenn ein Unternehmen in den USA hohe Verluste einfährt, kann es künftige Steuererstattungen bereits aktivieren, wenn es an die Zukunft des Marktes und an die eigene Zukunft glaubt.

Künftige Steuererstattungen stellen eben auch einen Wert dar, der nach US-GAAP auch aktiviert werden darf.

Die UBS hatte gigantische Milliardenverluste während der jüngsten Finanzkrise und die Credit Suisse brachte in den Merger der zwei Schweizer Grossbanken auch noch US-Milliardenverluste mit.

Dies ergibt hohe DTAs, die an die USA geknüpft sind.

Über 10 Prozent an Eigenmitteln weg

Würde die UBS einen Schwenk bei der Strategie vornehmen und sich vom US-Markt zurückziehen, müsste sie sofort die DTA von bis zu rund 10 Milliarden Dollar in den Wind streichen.

Bei einem Eigenkapital von «nur» rund 89 Milliarden Dollar, wie es die UBS zum Halbjahr auswies, wären auf einen Schlag mehr als 10 Prozent der harten Eigenmittel ausradiert.

Ermotti will zum Abschied glänzen

Dies macht kein CEO mit einem unbedachten Entscheid und schon gar nicht Ermotti.

Er will sich mit Superresultaten von der Grossbank UBS sowie von seinem Berufsleben als Banker verabschieden.

Dazu gehört eben auch, den US-Markt nicht zu ignorieren, selbst wenn die globale Vermögensverwaltung da für ein Ablenkungsmanöver zu einem grossen Bilanzrisiko herhalten muss.

06.10.2026/kut.

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