SNB-Chefs reden mehr und sagen weniger

Schweizerische Nationalbank SNB in Bern
Die Kommunikation der SNB hat sich in einem Jahrhundert komplett verändert. (Bild: muula.ch)

Die Schweizerische Nationalbank SNB analysierte die Reden ihrer Führungsriege seit 1928. Dabei kommt Erstaunliches zur Kommunikation hervor.

Hochrangige Vertreter der Schweizerischen Nationalbank SNB legen eigentlich jedes Wort auf die Goldwaage, damit in der Öffentlichkeit keine Missverständnisse entstehen.

Geldpolitik von Zentralbanken ist eben hauptsächlich Kommunikation.

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Doch im Laufe eines Jahrhunderts hat sich die Ansprache an das Volk und die Kapitalmärkte enorm verändert, wie die SNB am Freitag in einer Analyse bekanntgab.

Aus einem Datensatz von über 1000 Reden ab 1928 tritt Erstaunliches hervor.

Erstens sind die SNB-Chefs viel geschwätziger geworden und reden besonders seit 1950 viel öfter in der Öffentlichkeit.

Anzahl der Reden von Führungskräften der SNB seit 1928
Mehr öffentliche Auftritte der SNB seit 1973. (Screenshot: muula.ch)

Doch sie sagen bei ihren Auftritten, zweitens, immer weniger, denn die Reden sind laut der Analyse von Severin Joho von der Universität Zürich und Enzo Rossi von der SNB deutlich kürzer geworden.

Dabei habe sich auch, drittens, die Sprache vereinfacht, hiess es weiter.

Einfach- versus Doppelmandat

Doch die SNB-Spitzen um Fritz Leutwiler, Markus Lusser, Hans Meyer, Jean-Pierre Roth, Philipp Hildebrand, Thomas Jordan sowie aktuell Martin Schlegel & Co. reden nicht nur häufiger und kürzer vor Publikum, sondern auch die Inhalte haben sich – viertens – deutlich gewandelt, was besonders erstaunlich sein dürfte.

Anzahl Wörter bei Reden der SNB-Führungsriege
Immer weniger Wörter bei Reden der SNB. (Screenshot: muula.ch)

Die Zentralbank der Schweiz hat zwar im Gegensatz zu anderen Notenbanken nur ein Mandat, und das ist die Preisstabilität.

Die Schweizer Notenbanker müssen allerdings auch auf die Konjunktur und, wie etwa die Amerikaner bei der Federal Reserve Bank Fed, auf den Arbeitsmarkt achten.

In ihren Auftritten kommen die letzten zwei Punkte des indirekten Mandats jedoch immer weniger zur Sprache.

Fokussierung der Aufmerksamkeit

Im Zeitalter flexibler Wechselkurse betonten die Führungskader der SNB verstärkt die Inflation in ihren Reden und die konjunkturelle Entwicklung sowie die Arbeitslosigkeit hätten weniger Beachtung gefunden, hiess es zu den Inhalten der Auftritte.

Damit wird klar, dass die SNB-Spitzen häufiger und ganz gezielt die Öffentlichkeit beeinflussen. Einfache Sprache und die Konzentration auf das Thema Teuerung helfen dabei.

Damit trichtert sich das Gesagte wohl besser in die Köpfe ein und steuert die Inflationserwartungen der Menschen.

23.10.2026/kut.

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