Art Basel Paris fällt der Politik zum Opfer

Grand Palais in Paris mit der Art Basel Paris

Die Kunstmesse Art Basel Paris sollte am Freitag starten. Doch der erste Messetag ist auch der letzte, um exzeptionelle Kunst bestaunen zu können.

Die Grossbank UBS fragte noch vor ein paar Tagen: «Sehen wir uns in Paris?»

Der Sponsor der Kunstmesse Art Basel Paris wollte für den Anlass nochmal so richtig die Werbetrommel rühren. Doch daraus wird nun nichts.

Stark verkürzte Version

Am heutigen Freitag sollte die berühmte Kunstmesse aus Basel mit ihrer zweiten europäischen Version in Paris die Tore im Grand Palais drei Tage lang eröffnen.

Wie die Veranstalter am Donnerstag jedoch erst Galerien und Ausstellern individuell und dann auch Besuchern offiziell mitteilten, findet die fünfte Ausgabe der Kunstmesse nur einen Tag lang statt.

Push für Marine Le Pen

Hintergrund sind die geplanten Demonstrationen am Wochenende, bei denen im Zentrum der französischen Hauptstadt erneut Ausschreitungen und Verwüstungen zu befürchten sind.

Vor gut einer Woche waren zunächst friedliche Proteste von Studenten um Bildungspolitik und hohe Lebenshaltungskosten eskaliert und landesweit in einen Streifzug an Plünderungen und Verwüstungen umgeschlagen.

Beobachter vermuten, dass die Unruhen kein Zufall waren, sondern der rechtspopulistischen Politikerin Marine Le Pen auf die Sprünge helfen sollen. Bereits am vergangenen Wochenende stieg mit den Bildern der Raubzüge von Ausländern ihr Beliebtheitsgrad auf 44 Prozent.

Viertgrösster Kunstmarkt

Für die Kunstmesse Art Basel Paris im Zentrum der Stadt an der Avenue Winston-Churchill im 8. Arrondissement ist das bedauerlich.

Frankreich ist mit Kunstverkäufen in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar laut der UBS der viertgrösste Kunstmarkt der Welt und kommt auf einen Marktanteil immerhin von rund 8 Prozent.

Grand Palais in Paris mit der Art Basel Paris
Das renovierte Grand Palais ist ein historischer Ort für die Art Basel Paris. (Bild: PD)

Vom 23. bis zum 25. Oktober sollten 211 Galerien aus 41 Ländern und Regionen ihre Kunst darbieten – zum Bestaunen und Kaufen.

Dabei kommen 61 Galeristen um grosse Namen, wie Templon, Chantal Crousel, Galerie Lelong, Perrotin & Co., direkt aus Frankreich und 32 waren «Newcomer», also erstmals an einer Art Basel Paris vertreten.

Überall lange Gesichter

Die Hoffnung, sich in der Kunstszene einen Namen machen zu können, hat sich nun zerschlagen.

Rund 30 Galerien sind erst zehn Jahre auf dem Markt und wollten in Paris weiter durchstarten.

Aber auch internationale Kunsthändler, wie Gagosian, Hauser & Wirth, David Zwirner, White Cube & Co., die immer für hervorragende Qualität an Kunstwerken sorgen, dürften lange Gesichter machen.

Doch ein Verlust oder eine Beschädigung von Kunstwerken von Picasso, Cézanne, Monet oder etwa Warhol mit Milliardenwert will wohl niemand riskieren.

Finanzielles Desaster

Für die Art Basel selbst ist die Absage nach den schwierigen Zeiten während der Coronavirus-Pandemie wieder bitter.

Aussteller und Kunden dürften von ihr Geld zurückfordern, wenn die Kunstmesse an 2 von 3 Tagen nicht stattfindet.

Am heutigen Freitag ist als Sicherheitsvorkehrung zudem Ausweispflicht, das heisst, auch die Besucher müssen sich identifizieren, was für eine Messe schon sehr ungewöhnlich ist.

Lichtblicke in Sichtweite

Für die Art Basel Paris gibt es dennoch zwei frohe Botschaften.

Die sogenannten Preview-Days für die VIP-Kunstsammler und Museumsdirektoren fanden am 21. und 22. Oktober statt und da wurden laut Beteiligten schon auch gute Verkäufe getätigt.

Der zweite Lichtblick ist, dass mit der Art Basel Miami und im Frühjahr mit der neuen Art Basel Qatar schon bald die nächsten Kunstmessen orchestriert aus Basel geplant sind.

Die Grossbank UBS dürfte also schon bald fragen: «Sehen wir uns in Miami Beach oder in Doha?»

23.10.2026/kut.

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