Schweiz für ein Mal schneller als die EU

Flaggen vor der EU-Kommission in Brüssel
Die EU-Kommission hat sich zu russischen Vermögen in ihrem Gebiet geäussert. (Bild: G. Perigois / unsplash)

Die Schweiz ist für ihre Langsamkeit bekannt. Bei russischen Vermögen war das Land rascher als die EU und dabei fallen die Strategien der Russen auf.

Die Schweiz braucht immer Ewigkeiten, um etwas auf die Reihe zu bekommen. Doch diesmal ging es bei einer Sache deutlich schneller.

Bereits am 10. Mai hatte das Land bekanntgegeben, dass die russische Zentralbank auf Wert von rund 7,4 Milliarden Franken kommt.

Hunderte von Milliarden

Nun vermeldete die Zeitung «Welt am Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) insgesamt 200 Milliarden Euro der russischen Zentralbank eingefroren hätten.

Das Blatt beruft sich dabei auf die EU-Kommission. Insgesamt beläuft sich die Zahl des festgesetzten Auslandsvermögens der Notenbank in den G-7- und EU-Ländern auf rund 300 Milliarden Euro.

Magische Zahl

Besonders interessant ist die Zahl in der EU. Denn muula.ch teilte sie einfach durch die Anzahl der EU-Länder und fand etwas Spannendes heraus.

Es sind rund 7,7 Milliarden Euro pro Land und dies sind exakt so viel, wie die Schweiz gefunden hatte.

Die russische Zentralbank hält also im Schnitt überall ungefähr gleich viele Reserven und Vermögenswerte von 7,4 Milliarden Franken, was für einen cleveren Ansatz spricht.

Oligarchen handeln anders

Die Menge des eingefrorenen Privatvermögens russischer Oligarchen in Europa hat sich im vergangenen halben Jahr kaum erhöht. So wurden in der EU nach Angaben der Kommission Vermögenswerte in Höhe von 24,1 Milliarden Euro festgesetzt. 

Damit wurden 1473 Oligarchen und 205 Firmen sanktioniert. Ende Dezember hatte die Summe des eingefrorenen Vermögens 18,9 Milliarden Euro betragen.

Die Schweiz alleine kommt aber auf rund 7,5 Milliarden Franken. Die Oligarchen verteilen ihre Vermögen also nicht so breit wie die Notenbank Russlands, sondern vertrauen der Schweiz mehr.

Gelder für Kiew?

Dem erklärten Ziel, Russland für den Wiederaufbau der Ukraine bezahlen zu lassen, kommt die EU dabei allerdings nicht näher.

Brüssel dürfe das russische Geld nicht beschlagnahmen, da es zurückgegeben werden müsse, sobald die Sanktionen aufgehoben werden, teilte ein Kommissionssprecher der deutschen Zeitung weiter mit

 Die Diskussionen über einen Alternativplan, die Gelder am Kapitalmarkt zu investieren und Kiew die Erlöse daraus zu überweisen, «dauern noch an», hiess es. Ein Entscheid sei frühstens beim nächsten Gipfel des Europäischen Rates zu erwarten, der Ende Juni stattfindet.

Massnahmen stützen

Die Schweiz hatte sich entschieden, die Sanktionen des Westens gegen Russland aufgrund des Ukraine-Krieges mitzutragen.

Selbst kennt die Schweiz keine Sanktionen.

Seit dem 25. März 2022 sind daher jegliche Transaktionen im Zusammenhang mit der Verwaltung von Reserven und Vermögenswerten der Zentralbank der Russischen Föderation verboten, hatte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco mitgeteilt.

Warten auf EU-Entscheid

Gesperrte Vermögen kann die Schweiz aber nicht einfach verwerten und etwa an die Ukraine für den Wiederaufbau nach dem Krieg geben.

Doch auch dabei kommt die Schweiz unter Druck. Allerdings geht es dem Land da wohl zu schnell.

Die Schweiz will dabei aber lieber kein Vorreiter sein und warten, wie die EU das Problem löst.

27.05.2023/kut.

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