
In der Schweiz sinken die Verkaufspreise rasant. Nun ergibt sich wiederum neues Potenzial für Deflation, wie die aktuellen Erzeugerpreise verdeutlichen.
Wenn Preise steigen, heulen die Medien wie verrückt.
Doch geht das Preisniveau zurück, vergessen manche Journalisten, die Entwicklungen korrekt zu beschreiben.
Klare Rückwärtsbewegung
So sinken derzeit nämlich die Verkaufspreise im Schweizer Detailhandel um Coop, Migros, Manor, Globus, Aldi, Lidl, Denner & Co. stark. In den Medien ist darüber aber kaum etwas zu lesen.
Dieser Trend bekommt nunmehr aber sogar nochmals einen Schub.
Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise sank im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat nämlich nochmals um 0,2 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Dienstag bekanntgab.
Im Vergleich zum Dezember 2024 sei das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten damit um 1,8 Prozent zurückgegangen, hiess es weiter.
Günstigeres Erdöl
Sinkende Preise gegenüber dem Vormonat seien im Produzentenpreisindex vor allem für Mineralöl- und Milchprodukte registriert worden, erklärten die Statistiker.
Für den Rückgang des Importpreisindexes gegenüber dem November 2025 seien Pharmaprodukte sowie Erdöl und Erdgas verantwortlich gewesen.
Tiefere Preise hätten aber auch Mineralölprodukte, Automobile und Automobilteile sowie Computer gezeigt.
Die Liste der Güter, welche günstiger wurden, ist also ziemlich lang.

Teurer wurden laut dem BFS dagegen Metalle und Metallhalbzeug sowie Gemüse, Melonen und Kartoffeln.
Überall, wo diese Güter einfliessen, ist der Spielraum bei Preissenkungen für die Endverbraucher geringer.
Starker Franken wirkt bei Importen
Doch bei allen anderen Waren steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen bei Absatzschwierigkeiten die Verkaufspreise senken werden, denn die Firmen kaufen selbst viel günstiger ein als noch vor einem Jahr.
Mineralölprodukte wurden innert Jahresfrist sogar um 8,3 Prozent günstiger. Die Kosten für die Energieversorgung im Inland sanken um 7,6 Prozent. Energie selbst verbilligte sich um 7,4 Prozent.
Die Preise der Inlandgüter sanken im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat immerhin um 1,3 Prozent. Bei den Importwaren ging es mit der aktuellen Stärke des Schweizerfrankens innerhalb von 12 Monaten sogar um 2,8 Prozent nach unten.
Die durchschnittliche Jahresteuerung 2025 lag für die Unternehmen insgesamt bei –1,0 Prozent. Im Jahr 2024 hatte der Wert schon –1,7 Prozent betragen.
Jeweilige Marktsituation entscheidet
Besonders fielen dabei Bergbauprodukte auf, die über 23 Prozent günstiger als im Dezember 2024 waren. Importierte Energie verbilligte sich um 13,4 Prozent. Energieintensive Industrien profitieren da also überproportional.
Die Preisspirale dreht sich damit klar nach unten. Wenn die Firmen selbst weniger im Einkauf bezahlen, können sie Verbrauchern auch bei den Preisen entgegenkommen.
Wie stark dies geschieht, hängt von der jeweiligen Marktsituation ab.
Käuferstreik als Warnsignal
Verkaufspreise haben nämlich etwas mit Zahlungsbereitschaften zu tun und nicht direkt etwas mit Produktionskosten, wie oft angenommen wird.
Sinkt die Zahlungsbereitschaft aufgrund von Kaufzurückhaltung, können Unternehmen ihre Spielräume beim günstigeren Einkauf nutzen und dies in Form von Rabatten an die Verbraucher weitergeben.
Geht das Preisniveau jedoch dauerhaft zurück, setzt irgendwann eine abwartende Haltung der Konsumenten ein. Dies ist problematisch, weil künftig immer neue Rabattschlachten kommen und Verbraucher überzeugen, dass in Zukunft alles noch billiger wird.
Doch diese Deflation führt zu einem Käuferstreik und reduziert die ganze Wirtschaftstätigkeit. Deshalb ist es für eine Volkswirtschaft eigentlich besser, die Preise steigen immer leicht.
20.01.2026/kut.





