Nationalbank mischt sich in Volksabstimmung ein

Logo der Schweizerischen Nationalbank SNB am Gebäude in Bern
Die SNB stellt Entwürfe einer neuen Banknotenserie vor. (Bild: muula.ch)

Die Schweizerische Nationalbank SNB präsentiert eine neue Version ihres Hauptarbeitsmittels. Doch dies geschieht just vor einer wichtigen Abstimmung.

Die Schweizerische Nationalbank SNB sollte politisch eigentlich neutral sein.

Doch wer genauer hinschaut, erkennt die subtile Einmischung in die Eidgenössischen Volksabstimmungen.

Konsumenten lehnen ab

Paradebeispiel ist die «Bargeld-Initiative», die am 8. März vor das Volk kommt.

Das Ansinnen will die Verfügbarkeit des Bargelds und den Franken als schweizerische Währung neu in der Verfassung verankern.

Auch Bundesrat und Parlament wollen die Bestimmungen zur Bargeldversorgung und zum Franken neu in der Verfassung verankern.

Das ist aber völliger Quatsch, weil die Bürger quasi selbst gar nicht mehr mit Bargeld, sondern bald zu fast 100 Prozent digital bezahlen.

Bargeld als Auslaufmodell

Die SNB stellt nun wenige Tage vor der Abstimmung, neue bunte Geldscheine vor.

Die Emphase GmbH habe den Gestaltungswettbewerb für die neue Banknotenserie gewonnen, teilte die Schweizer Zentralbank am Mittwoch mit.

Dafür bekommen die Gewinner erst einmal Tausende alte Geldscheine, wie muula.ch herausfand.

Entwurf neuer Banknoten der Schweiz
Entwurf neuer Banknoten der Schweiz. (Screenshot: muula.ch)

Mit dem Zeitplan der SNB wäre aber auch eine Präsentation nach der Volksabstimmung möglich gewesen.

Die Verantwortlichen um SNB-Chef Martin Schlegel tun so, als sei Bargeld einfach das Normalste der Welt. In Tat und Wahrheit sind die Tage von Geldscheinen und Münzen gezählt.

Neue Geldscheine ab 2030

Vielmehr braucht es einen digitalen Franken.

Doch dann wissen die Verantwortlichen bei der Nationalbank sowie im Bundesrat und Parlament nicht mehr, wie die Geldpolitik funktionieren soll.

Im Prinzip sind dann Geschäftsbanken wie UBS, Raiffeisen, ZKB & Co. überflüssig. Mit einem Verfassungszusatz bräuchte es aber wieder Jahre, bis das bestehende Konzept geändert werden kann.

Die Nationalbank sowie die Politik wollen die Ist-Situation also in der Bundesverfassung zementieren und die SNB heizt die Befürworter-Stimmung noch mit neuen Geldschein-Entwürfen ab 2030 an.

Vertreter von Druckfirma dabei

Wie wenig das Volk bei der ganzen Sache zu sagen hat, sprach muula.ch bereits bei der Lancierung des Gestaltungswettbewerbes für die neuen Geldscheine an.

Genauso kam es auch.

Die Bevölkerung favorisierte einen anderen Entwurf. Doch die SNB übersteuerte das Volk und wählte die Arbeiten besagter Emphase GmbH.

Im Beirat, welcher das Volk überstimmen konnte, sass sogar ein Vertreter der Druckfirma für die Schweizer Banknoten Orell Fuessli, der wohl auch kaum sein Geschäft schwinden sehen will.

Drehen, wie sie wollen

Mit dem jetzigen Entscheid ist aber noch nicht einmal gesagt, dass die neuen Geldscheine so aussehen, wie jetzt vorgestellt.

«Das finale Banknotendesign kann sich noch deutlich vom Entwurf des Wettbewerbs unterscheiden», hiess es im Communiqué von der SNB.

Damit halten sich die Notenbanker weitere Hintertürchen offen und machen einfach, was sie wollen.

Selbst vor dem Eingreifen in Volksabstimmungen schrecken Schlegel & Co. nicht einmal zurück.

04.03.2026/kut.

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