
Die Bodennutzung hat sich in der Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Doch Luftbilder zeigen, dass Wälder hierzulande heilig sind.
In der Schweiz kursieren viele Gerüchte, was die Nebenwirkungen der Zuwanderung sind.
Einer dieser Mythen ist das Verdrängen von Wäldern, damit mehr gebaut werden kann.
Über 5 Prozent mehr Grün
Doch neueste Daten des Bundesamtes für Statistik BFS, die auf Auswertungen von Luftbildern beruhen, zeigen ein anderes Bild.
So gab es hierzulande im Zeitraum von 1979 bis 1985 rund 1,095 Millionen Hektar an Wald.
Aktuell seien es aber 1,154 Millionen Hektar an Waldflächen, teilte das BFS zur neuesten Arealstatistik mit.
Das sind also über 5 Prozent mehr Wälder in der Schweiz.
Mehr Seefläche
Bei Naturwiesen und Heimweiden zeigt sich eine ähnliche Entwicklung.
Im Laufe der Jahrzehnte gibt es hierzulande mehr solche Bodennutzungen und die Fläche weitete sich von 516 auf 521 Tausend Hektare aus. Das Plus liegt immerhin bei 1 Prozent.
Stehende Gewässer, also Seen, oder vegetationslose Flächen gibt es mittlerweile auch mehr.


Dagegen mussten Ackerland und Alpenwirtschaftsflächen um rund 15 Prozent beziehungsweise um zirka 7,5 Prozent weichen.
Diese Landwirtschaftsnutzung ist zugunsten von Siedlungsflächen rückläufig, wie die Daten zeigen.
Verkehr rund 20 Prozent mehr
Gebäudeareale gab es in der Schweiz im Zeitraum von 1979 bis 1985 auf rund 115.000 Hektaren. Aktuell zählt das BFS auf Basis von Luftbildern 169.000 Hektar, was immerhin ein Plus von fast 50 Prozent bedeutet.
Bei Verkehrsflächen ging es zudem um rund 20 Prozent auf 98.800 Hektar nach oben. Siedlungsflächen verdrängen aber keine grünen Wälder.
Weniger Ackerland am Rheinknie
In einzelnen Kantonen können die Entwicklungen aber durchaus unterschiedlich verlaufen, wie Einzelabfragen bei den BFS-Daten verdeutlichen.
Im dichtgedrängten Basel-Stadt erhöhte sich beispielsweise sogar die Waldfläche von 433 im Jahr 1982 auf 441 Hektare im Jahr 2024.


Gebäudeareale gab es dagegen mit rund 1300 Hektaren kaum mehr.
Ackerland verschwand aber viel und reduzierte sich um 250 auf 155 Hektar drastisch. Doch Naturwiesen und Heimweiden erhöhten sich in Basel-Stadt von 130 auf 219 Hektar markant.
Weniger Obstgärten im Baselbiet
Im Kanton Basellandschaft blieb beispielsweise die Waldfläche voll erhalten.
Ackerland ging in den vergangenen Jahrzehnten auch nur wenig verloren, dagegen weiteten sich die Naturwiesen deutlich aus.
Verkehrsflächen erhöhten sich nur unwesentlich, während Gebäudeareale von 3600 auf mittlerweile 5100 Hektar zulegten.
Dafür halbierten sich Obst-, Reb- und Gartenbauflächen im Baselbiet aber drastisch auf gerade noch 1500 Hektar.
Konstante Waldfläche
Ackerland reduzierte sich aber im Kanton Solothurn laut dem BFS von 17.800 auf 14.400 Hektar. Naturwiesen legten dagegen von 12.200 auf 13.900 Hektar zu.
Gebäudeareale und die Verkehrsinfrastruktur erhöhten sich im Zeitraum von 1982 bis 2024 jedoch von 4200 auf 6400 beziehungsweise von 2700 auf 3250 Hektar deutlich.


All dies ging aber nicht zulasten von Wäldern, wie häufig kolportiert wird. Im Kanton Solothurn gab es im Betrachtungszeitraum über Jahrzehnte ziemlich genau gleich grosse Waldflächen.
Auch hier sind die Schweizer Bäume quasi heilig.
24.09.2026/kut.



