
Die Grossbank UBS steigert 2025 markant den Gewinn. Doch so richtig floriert praktisch nur das riskante Investmentbanking.
Rund 3 Jahre nach dem Untergang der Krisenbank Credit Suisse (CS) zeigt die letzte verbliebene Grossbank der Schweiz, die UBS, wie schwierig das Geschäft doch ist.
Weiterhin hohe Kosten
Zwar steigerte die UBS im abgelaufenen Geschäftsjahr die Erträge um rund 2 Prozent auf fast 50 Milliarden Dollar, wie die Grossbank am Mittwoch im Rahmen ihrer Quartalsresultate bekanntgab.
Der Konzerngewinn legte um 53 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar zu.
Doch die Ertrags-Kosten-Relation sank lediglich um 3,7 Prozentpunkte auf immer noch schlechte 81,1 Prozent. Andere Geldhäuser kommen bei dem Wert auf 50 Prozent.
Die Integration der Krisenbank CS in die UBS ist einfacher gesagt als getan.
Komplexe Integration
Die Personalkosten stiegen 2025 sogar um 2 Prozent beziehungsweise um über eine halbe Milliarde Dollar auf fast 28 Milliarden Dollar.
Lediglich bei den Sachkosten konnte UBS die Kostenschraube nach unten drehen; sie sanken um 13 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar.
«Wir machten grosse Fortschritte bei einer der komplexesten Integrationen in der Bankengeschichte», relativierte UBS-CEO Sergio Ermotti die Entwicklungen.
Dynamik in Amerika und Asien
Beim Blick in die Segmentrechnung fallen durchaus Besserungen in der globalen Vermögensverwaltung GWM auf.
So stiegen die Erträge um 6 Prozent auf rund 26 Milliarden Dollar und der Spartenvorsteuergewinn legte um gut ein Drittel auf 5,2 Milliarden Dollar zu.
Besonders gut lief es in Amerika und Asien/Pazifik. Europa und die Schweiz legten nur mässig zu, vor allem die Nullzinspolitik belastete.

Doch so richtig floriert es in der Investmentbank. Sie steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Erträge um 13 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar und der Vorsteuergewinn stieg um rund 50 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar.
Das Geschäft mit riskanten Finanzderivaten florierte und erhöhte sich laut einer Investorenpräsentation um 32 Prozent gegenüber 2024.
Verkauf des Asset-Managements?
Im Privat- und Firmenkundengeschäft gingen sowohl die Erträge als auch der Gewinn zurück.
Das Asset-Management trat umsatzmässig auf der Stelle und sparte etwas an Kosten, was den Spartengewinn leicht ansteigen liess.
Die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich um 4 Prozentpunkte, doch liegt sie immer noch bei schlechten 66 Prozent, was zeigt, dass die UBS nicht der beste Eigentümer für dieses Business ist.
Mit dem nicht-strategischen Geschäftsbereich, hinter dem sich hauptsächlich die CS befindet, erwirtschaftet die UBS weiterhin einen Vorsteuerverlust von rund 1,2 Milliarden Dollar.
Dynamik kam alles in allem also grossmehrheitlich aus dem Investmentbanking.
Magere Eigenkapitalrendite
Die harte Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) verringerte sich 2025 um 0,3 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.
Während der UBS-Rettungsaktion im Jahr 2008 hatte die Grossbank aber lediglich einen Wert von 1,6 Prozent bei dieser Kennzahl. Insofern geht von dem Geldhaus derzeit wohl kaum eine Gefahr für die Welt aus.
Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich um 2,8 Prozentpunkte auf immer noch vergleichsweise geringe 8,8 Prozent. Amerikanische Grossbanken kommen locker auf doppelt so hohe Werte bei der Kennzahl.
Erhöhung der Ausschüttungen
Die Aktionäre sollen aber dennoch nicht darben.
An der kommenden Generalversammlung schlägt die UBS eine Dividendenerhöhung um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,10 Dollar pro Aktie vor.
In Aussicht stellt das Management um Ermotti zudem weitere Aktienrückkäufe und höhere Ausschüttungen.
Grossrisiko AT1-Bonds
Doch so leicht dürfte dies nicht werden, auch wenn sich die UBS optimistisch für die weiteren Entwicklungen zeigt.
Nimmt die Schweiz das Geldhaus wegen der CS und dem Wachstum im riskanten Investmentbanking an die kürzere Leine, geht die Rechnung schon nicht mehr auf.
Und müsste die UBS noch die 16,5 Milliarden Franken an entwerteten AT1-Bonds zurückzahlen, über die das Bundesgericht derzeit befindet, wäre wohl auch die letzte Schweizer Grossbank quasi erledigt.
Spezielle Rückstellungen hat die UBS dafür im Jahresabschluss laut einer Schnellsuche jedenfalls keine gebildet.
Investoren rennen davon
An der Börse kamen die Informationen insgesamt negativ an. Die Titel der UBS verloren gleich zum Handelsbeginn über 1 Prozent.
Im laufe des Handels verloren die UBS-Aktien dann sogar über 5 Prozent, obwohl der Gesamtmarkt nur leicht im Minus lag.
04.02.2026/kut./Meldung am Ende mit Börsenreaktion ergänzt





