Die Schweiz wird ärmer

Die Netto-Auslandsvermögen der Schweizer sind zuletzt stark gesunken. Dabei wirken aber nicht nur die Wechselkurse.

Die Auslandsvermögen der Schweiz sind im zweiten Quartal 2023 gegenüber dem Vorquartal um 19 auf 751 Milliarden Franken zurückgegangen.

Der Bestand der Aktiven sank dabei laut einer Medieninformation der Schweizerischen Nationalbank SNB vom heutigen Freitag um 70 auf 5232 Milliarden Franken. Die Passiven gingen um 51 auf 4481 Milliarden Franken zurück.

Klare Folgewirkung

Die SNB-Experten erklärten die Entwicklungen hauptsächlich mit Wechselkursentwicklungen. Wie muula.ch berichtete, stärkten die Notenbanker den Schweizerfranken, um die Inflation aus dem Ausland vom Lande fernzuhalten.

Dies wirkt sich eben auch negativ auf das Vermögen der Schweizerinnen und Schweizer sowie der hiesigen Unternehmen jenseits der Landesgrenzen aus. Sinkt der Wert der Währungen, sinken auch die Werte der Aktiven und Passiven im Ausland.

Zwei Währungen im Fokus

Auf der Aktivseite war der Rückgang laut der SNB überwiegend auf wechselkursbedingte Bewertungsverluste infolge des schwächeren Dollars und des Euros zurückzuführen. Auch der Rückgang der Passiven war teilweise auf wechselkursbedingte Bewertungsverluste zurückzuführen.

Sie entfielen auf die in Dollar und Euro lautenden Vermögenswerte in der Schweiz. Zudem hätten allerdings auch die in der Kapitalbilanz ausgewiesenen Transaktionen, also der Nettoabbau von Passiven, den Bestand sinken lassen, hiess es von den Währungshütern.

Ausländer nehmen Schweizer Schulden

Schaut man dann zu den Angaben in der Kapitalbilanz, so wird klar, dass Investoren im Ausland markant Wertschriften inländischer Emittenten erwarben, namentlich Aktien und SNB-Bills. Ausländer kaufen also kurzfristige Schweizer Schuldtitel.

Langfristig sind die Netto-Auslandsvermögen der Schweiz aber ohnehin rückläufig. Im dritten Quartal 2021 reichten sie noch an fast 1000 Milliarden Franken heran. Nunmehr sind es rund 25 Prozent weniger.

22.09.2023/kut.

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