
Die Vermögens- und Schuldensituation privater Haushalte hat sich stark verändert. Westeuropa fällt zwar zurück, doch für Schweizer gibt es Trost.
Die globalen Geldvermögen sind 2025 um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro gestiegen.
Dies geht aus dem neuesten «Global Wealth Report» des Versicherungsriesen Allianz hervor. Dieser erschien diese Woche bereits zum 17. Mal, und nimmt die Vermögens- sowie Verschuldungssituation privater Haushalte in fast 60 Ländern unter die Lupe.
Boom in China
Seit 2019 sei das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen, hiess es weiter. Real, also unter Berücksichtigung der Teuerung, ging es aber nur um 23 Prozent nach oben.
Doch von diesem Zuwachs profitiert die Welt nicht gleichermassen. In Westeuropa habe das reale Geldvermögen seit 2019 lediglich um 0,5 Prozent zugelegt, erklärte Allianz Suisse zu der Publikation.
In Nordamerika seien es dagegen 21 Prozent gewesen. Der grösste Schub sei allerdings in China verzeichnet worden, wo das Plus bei 70 Prozent gelegen habe.
Vorsorge im Hintertreffen
Der Vermögenszuwachs hat aber nicht nur damit zu tun, ob und wie viel gespart wird, sondern auch mit der Struktur der Portfolios.
Wertpapiere legten 2025 beispielsweise um 12,4 Prozent zu – mehr als doppelt so stark wie Bankeinlagen, die nur um 5,7 Prozent stiegen.
Versicherungen und Altersvorsorge erhöhten sich 2025 sogar nur um 5,0 Prozent.
USA als Zugpferd
Nordamerikanische Haushalte profitierten daher besonders von den steigenden Kapitalmärkten, weil sie 60,7 Prozent ihres Portfolios in Wertpapieren
investiert hatten. Auf diese Region entfielen deshalb 51,4 Prozent des weltweiten Vermögenszuwachses.
In den vergangenen zehn Jahren seien Wertsteigerungen für 71 Prozent des Wachstums des nordamerikanischen
Geldvermögens verantwortlich gewesen, erklärte der Allianz-Konzern weiter.
In Westeuropa seien es dagegen nur für 36 Prozent gewesen, so die Finanzexperten des Versicherers.
Welthöchstes Geldvermögen
Die Schweiz spielt, wie quasi immer beim Geld, ganz vorne mit.
Mit einem Brutto-Geldvermögen von 406.060 Euro pro Kopf blieb die Schweiz laut der Allianz die Nummer 1 der Welt. Das ist ein schöner Trost.

Doch aufgrund der hohen Verbindlichkeiten belegte sie beim Netto-Geldvermögen, also unter Abzug der Schulden, mit 275.980 Euro pro Kopf unverändert nur den Rang 2 hinter den USA, die auf fast 300.000 Euro pro Person kamen.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Im Jahr 2005, also vor zwei Jahrzehnten, waren die Schweizer bei dieser Kennzahl beispielsweise noch auf Platz 1 gewesen und hatten die Amerikaner auf Rang 2 verwiesen.
Es wechselt immer mal wieder hin und her, wie sich im Jahr 2024 gezeigt hat.

Die Verbindlichkeiten der Schweizer lagen im vergangenen Jahr mit 130.080 Euro pro Person mehr als doppelt so hoch, wie in den USA, die auf 52,730 Euro pro Kopf kamen.
Neben den hohen Schulden der Schweizer und dem starken Schweizerfranken legen sie ihr Geld auch völlig anders an als der Rest der Welt an.
Vorsorge spielt grosse Rolle
Das Wachstum des Brutto-Geldvermögens der Schweizer Haushalte betrug 2025 rund 4,0 Prozent auf 3,6 Billionen Euro und blieb damit leicht hinter dem Durchschnitt Westeuropas von 4,5 Prozent und deutlich hinter dem globalen Wachstum von besagten 8,6 Prozent zurück.

Wertpapiere verzeichneten laut dem «Global Wealth Report» mit 9,7 Prozent den stärksten Zuwachs, während Bankeinlagen um 1,9 Prozent und
Versicherungen/Pensionen um 1,1Prozent zulegten.
Letztere blieben mit 37,9 Prozent die grösste Anlageklasse der Schweizer.
Das Schweizer Vermögenswachstum sei klar spargetrieben gewesen, hiess es weiter. Die Amerikaner lassen dagegen Aktien für ihr Vermögen arbeiten.
04.10.2026/kut.




