Stadler gibt bei Milliardenauftrag an Siemens klein bei

Neue Züge von Siemens für die Zürcher S-Bahn
Siemens darf neue S-Bahn-Züge für Zürich bauen. (Bild: PD)

Der Zugbauer Stadler Rail knickt bei seiner Kritik an den Schweizerischen Bundesbahnen ein. Der Siemens-Konzern kann nun neue SBB-Züge bauen.

Die Vergabe eines 2-Milliarden-Auftrages von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB an den deutschen Konzern Siemens ist rechtskräftig.

Neue Züge ab 2031

Der unterlegene Konkurrent, Stadler Rail aus Bussnang TG, zog seine Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Vergabe zurück, wie die SBB und Siemens freudig zu Wochenbeginn bekanntgaben.

Die SBB würden nun den Vertrag mit Siemens Mobility Schweiz unterzeichnen und das Projekt umsetzen, hiess es weiter.

Die Reisenden der Zürcher S-Bahn und der Westschweiz sollen ab 2031 die 116 Doppelstockzüge nutzen können, so die Unternehmen.

Spuhler wollte kämpfen

Der Vertrag beinhaltet eine Option auf die Lieferung von 84 zusätzlichen Doppelstockzügen, wie muula.ch berichtete.

Die SBB hatten den Milliardenauftrag am 7. November 2025 an Siemens Mobility Schweiz in Wallisellen vergeben. Das Angebot war im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung als wirtschaftlich und qualitativ «vorteilhaftestes» bewertet worden.

Doch Stadler Rail hatte dies unter der Führung von Patron Peter Spuhler angezweifelt und Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht erhoben.

Ermessensspielraum genutzt

Gegenüber Medien verbreitete Stadler Rail am Ostermontag die Informationen, dass die inzwischen vom Bundesverwaltungsgericht ausgehändigten Dokumente stark geschwärzt seien und die Transparenz nur teilweise hätten herstellen können.

Ersichtlich sei hingegen, dass die SBB den Ermessensspielraum bei der Bewertung klar zugunsten von Siemens ausgeschöpft habe. 

Damit sei eine Beschwerde nicht erfolgversprechend. Zahlreiche Dokumente aus dem Angebot blieben vollständig geschwärzt, hiess es kritisch.

Keine vollständige Einsichtnahme

Für Stadler seien damit inhaltlich relevante Passagen und entscheidende Nachweise für den Vergabeentscheid unzugänglich geblieben.

Verwaltungsratspräsident von Stadler Rail, Spuhler, bedauerte den Vergabeentscheid erneut. Er wollte aber keine weiteren Fragen der Öffentlichkeit zu der Sache beantworten.

Eventuell wollte der Zugbauer aus Bussnang nur Zusatzinformationen über die Konkurrenz erlangen.

Partner andernorts

Wie muula.ch ohnehin berichtete, kooperieren Siemens und Stadler bereits bei einem anderen Projekt in Kopenhagen. Aus Wettbewerbern waren plötzlich Partner geworden.

Insofern störte wohl der Rechtsstreit in der Schweiz, der die Ausschreibung zugunsten von Siemens jahrelang blockiert hätte.

07.04.2026/kut.

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