SIX-Auslandsabenteuer kostet UBS erneut Millionen

Logo von SIX an einem Gebäude in Zürich
Die Schweizer Börse SIX ist erneut in die Verlustzone gerutscht. (Bild: PD)

Die Schweizer Börse SIX muss wieder Hunderte Millionen Franken in den Wind streichen und dies trifft die Grossbank UBS stark. Wie geht es weiter?

Strategische Entscheide von Schweizer Unternehmen können die Firmenbesitzer viel Geld kosten.

Dies muss nun die Grossbank UBS erfahren, der nach der Übernahme der Krisenbank Credit Suisse rund 35 Prozent an der Schweizer Börse SIX gehören.

Hunderte Millionen im Minus

Dieser Anbieter von Finanzinfrastruktur wollte mit dem französischen Zahlungsanbieter Worldline ein Mega-Geschäft machen.

Doch alles ging nach hinten los und nach einem Milliarden-Debakel belastete das Auslandsengagement im Jahr 2025 erneut die SIX.

Wie hoch das erneute Minus genau war, erfuhr die Öffentlichkeit am Dienstag. Die Schweizer Börse SIX musste einen Konzernverlust von 314 Millionen Franken bekanntgeben.

Schuldiger über alle Berge

Im Jahr 2024 hatte der Börsenbetreiber noch 38 Millionen Franken an Gewinn erwirtschaftet.

Im Jahr 2023 lag der Fehlbetrag bei über 1 Milliarde Franken.

Bereits damals hatten sich schon Worldline und die Übernahme der Spanischen Börse BME in Madrid nicht zu den Perlen entwickelt, wie es der Hauptinitiator bei SIX, der einstige Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher, versprochen hatte.

Erträge steigen

Dabei lief es 2025 operativ in den vier Geschäftsfeldern von SIX gar nicht mal so schlecht.

Wachstumstreiber waren vor allem höhere Handelsvolumina und Zuwächse bei Marktdaten, Echtzeitdaten, Steuerdienstleistungen und regulatorischen Services, Indizes sowie im Geschäft mit Debitkarten und Rechnungsservices, hiess es von SIX zum Jahresabschluss 2025.

Der Nettobetriebsertrag stieg um 4,7 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Franken. 

Wertanpassungen im Zusammenhang mit Worldline in Höhe von 560,9 Millionen Franken führten jedoch zu einem Konzernverlust von –313,7 Millionen Franken. Dabei ist der Abschreiber beziehungsweise das Desaster sogar nochmal grösser, als Ende 2025 angegeben worden war.

Noch ein Mandat im Aufsichtsrat

Wie es mit Worldline weitergeht, wollte der aktuelle SIX-CEO Bjørn Sibbern an einer Medienkonferenz trotz mehrerer Nachfragen nicht verraten.

Die Bedeutung des Rest-Anteils von 1,3 Prozent an Worldline verdeutlicht sich lediglich, dass die SIX noch einen Verwaltungsrat im Aufsichtsgremium des französischen Zahlungsanbieters stellt.

Vorher waren es zwei.

Einkaufsgemeinschaft auflösen?

Die Grossbank UBS muss von den Verlusten rund 35 Prozent verdauen.

Es machen daher am Kapitalmarkt bereits strategische Pläne die Runde, wie die letzte verbliebene Grossbank der Schweiz das Klumpenrisiko loswerden kann.

Laut Aktionärsbindungsvertrag, welchen die 119 Eigentümer der Schweizer Börse SIX abgeschlossen haben, müssen die Besitzverhältnisse ungefähr im Rahmen des Geschäfts mit dem Anbieter von Finanzinfrastruktur sein.

Es ist wie eine Einkaufsgemeinschaft am Schweizer Finanzplatz.

Streit um Preise und Dividenden

Wenn die UBS nach der Integration der Credit Suisse effizienter wird, braucht sie immer weniger von SIX und muss ihren Besitzanteil ohnehin reduzieren.

Und wenn die Kunden gleichzeitig Besitzer einer Firma sind, gibt es regelmässig Streit um die Preise beziehungsweise Dividendenausschüttungen.

Und strategische Investments können obendrein alles verderben.

25.03.2026/kut.

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