
Die Schweizerische Nationalbank SNB lässt die Leitzinsen bei null Prozent. Doch der US-israelische Angriffskrieg auf Iran spielt der Schweiz teils in die Hände.
Die Schweizerische Nationalbank hat ihre Inflationsprognose erhöht.
Aufgrund der Eskalation in Nahost erwartet die Zentralbank höhere Energiepreise und daher passte sie ihre Erwartungen für die Teuerung in der kurzen Frist nach oben an.
Inflationsdruck kaum verändert
Die bedingte Inflationsprognose liege für die nächsten Quartale wegen des Anstiegs der Energiepreise höher als im Dezember 2025, sagte SNB-Chef Martin Schlegel am Donnerstag in Zürich vor den Medien.
Der mittelfristige Inflationsdruck habe sich gegenüber der jüngsten Lagebeurteilung aber kaum verändert.

Die Prognose befindet sich über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität, welchen die SNB zwischen null und 2 Prozent definiert.
Deflation abgewendet
Der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran kommt der Schweizer Zentralbank quasi entgegen, sofern der Schweizerfranken angesichts der Krise nicht durch die Decke geht.
Damit sind Negativzinsen aber aus dem Fokus der Zentralbank gerückt, da die Teuerung nun nicht mehr am Nullpunkt mit Tendenz zur Deflation liegt.

Die Zinsdifferenz zum Ausland sei ausreichend, um Druck vom Schweizerfranken abzuwenden, erklärte Schlegel.
Wie die SNB zwischen Preisstabilität und Interventionen an den Kapitalmärkten zur Schwächung der Landeswährung genau abwägt, wollte Schlegel aber nicht verraten.
Die Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, sei allerdings erhöht, sagte der SNB-Chef lediglich. Wie genau und ob sie eingegriffen hat, liess die Nationalbank offen.
Immobilienmarkt im Fokus
Zur Finanzstabilität, für welche die Notenbanker ebenfalls zuständig sind, gab sich die SNB gelassen, wie SNB-Vize Antoine Martin vor den Medien erläuterte.
Weder das grosse Hypothekarportfolio der zweitgrössten Bankengruppe der Schweiz, Raiffeisen, noch das aktuelle Reizthema der Börsen, Private Credit, beunruhige.

Allerdings beobachte die SNB den Schweizer Immobilienmarkt durchaus mit Sorge und beobachte die Lage genau, hiess es weiter.
Hohe Unsicherheit
«Eine rasche und übermässige Aufwertung des Frankens stellt ein Risiko für die Preisstabilität dar», sagte Schlegel als Quintessenz der aktuellen Lagebeurteilung.
Die Unsicherheit über den Fortgang der Welt veranlasste die Schweizer Notenbank derzeit nicht zur Zinsänderung.
19.03.2026/kut.





