Swisscom hinkt Konkurrenz meilenweit hinterher

Logo von Swisscom an einer Filiale
Swisscom verliert den Anschluss an den internationalen Wettbewerb. (Bild: muula.ch)

Die Entwicklung von Swisscom ist wegen einer neuen Milliardenübernahme in Italien wenig berauschend. Doch es gibt auch frohe Botschaften für das Volk.

Die staatliche Swisscom hat die strategischen Ziele des Bundesrats im Jahr 2025 erreicht.

Dies gab die Landesregierung am Freitagabend zur Strategieentwicklung der Staatsbetriebe um SBB, Post, Swisscom und der Flugsicherung Skyguide bekannt.

Gigantischer Gewinneinbruch

So haben bei Swisscom die Sicherheit und Stabilität der Netze und der IT-Infrastruktur den Erwartungen des Eigentümers entsprochen, hiess es beispielsweise.

Doch an anderer Stelle kommt heraus, wie schlecht sich der Telekomriese Swisscom neben dem gigantischen Gewinneinbruch 2025 eigentlich entwickelt hat.

Der Konzerngewinn war im abgelaufenen Geschäftsjahr ohnehin um rund 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken eingebrochen.

Peers doppelt so gut

Swisscom setzte zwar die in Aussicht gestellte Erhöhung der Dividende auf 26 Franken pro Aktie wie geplant um, lobte die Schweizer Landesregierung.

Die Gesamtrendite der Swisscom-Aktie, also die Dividendenrendite plus Kursentwicklung, lag mit 18,5 Prozent aber unter der Vergleichsgruppe von 11 Telekommunikationsunternehmen, hiess es weiter.

Die Peers kamen bei der Kennzahl immerhin auf 35,4 Prozent und damit also auf fast doppelt so viel wie Swisscom.

Versorger sind in Krisenzeiten und globalen Unsicherheiten durchaus gefragt – doch der Schweizer Monopolist offenbar nicht so stark.

International verliert die Schweiz den Anschluss, obwohl die Dividende zum ersten Mal seit 2010 um 18 Prozent erhöht wurde.

Entwarnung vor Abschreibungsrisiken

Im Strategieupdate lassen sich aber auch noch positive Angaben finden.

So gibt Swisscom an, die Integration von Vodafone Italia, also der schuldenfinanzierten Milliardenübernahme, verlaufe nach Plan.

Die Synergien und die Höhe der Integrationskosten konnten im Rahmen der Aktualisierung des Businessplans bestätigt werden, klopfte sich der von CEO Christoph Aeschlimann geführte Staatsbetrieb quasi selbst auf die Schultern.

Die Bewertung der Beteiligung enthalte Reserven und es bestünden keine Risiken für Wertberichtigungen, lautete zumindest die frohe Botschaft an das Schweizer Volk.

Vergleiche erschwert

Wie gut sich die Entwicklung der Vodafone-Italia-Übernahme für Aussenstehende weiter monitoren lässt, ist allerdings fraglich.

Per 1. Januar 2026 wurde Vodafone Italia in das einstige Milliardengrab Fastweb fusioniert, hiess es im Strategiedokument bereits mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr.

Damit verwischt Swisscom viele Effekte. Bleibt wohl nur zu hoffen, dass zumindest die Dividendenrendite plus Aktienkursentwicklung bald zur Konkurrenz wieder aufholt.

16.03.2026/kut.

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