Nächste Gemeinheit vom Weinbauern Parmelin

Rotwein fliesst von einer Flasche in ein Weinglas
Parmelin will Schweizern vermehrt einheimische Weine vorsetzen. (Bild: pixabay)

Die Schweizer Weinwirtschaft verkauft weniger, und daher will die Schweiz den Weinimport erschweren. Es drohen Engpässe und Preiserhöhungen.

Die Schweiz will unfaire Handelspraktiken beim Wein installieren.

Die makabere Vorgehensweise hat sich niemand Geringeres ausgedacht als das vom SVP-Bundesrat und Weinbauern Guy Parmelin geführte Wirtschaftsdepartement.

Preis-Leistung entscheidet

Der Wirtschaftsminister predigt eigentlich überall Freihandel. In Wahrheit will er jedoch «Switzerland first» und heuchelt quasi bei jeder Gelegenheit.

Hintergründe für den neuesten Protektionismus sind der sinkende Weinkonsum und das Jammern der Schweizer Weinbauern.

Wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu ausländischen Konkurrenten gut, hätten sie eigentlich nichts zu befürchten.

Doch nicht wenige Schweizer Weine sind ungeniessbar, was logischerweise ihren Absatz erschwert.

Ohnehin schon Millionensubventionen

Daher ersann Parmelin wieder einmal einen Runden Tisch. Diesmal wurden staatliche Hilfsmassnahmen ersonnen, die in die Zuständigkeit der Branche, der Kantone und des Bundes fallen.

Vom Wein-Sozialismus berichtete muula.ch bereits, wo die Kantone plötzlich staatlich die Ernten aufkaufen, keltern und einlagern sollen.

Allein beim Bund wurde zudem Steuergeld zur Absatzförderung für Wein von 9 Millionen Franken jährlich sowie zum Einsatz zusätzlicher Mittel für die Unterstützung von Strukturverbesserungen in der Weinbranche umgesetzt.

In der Wintersession 2025 sprach das Parlament weitere 10 Millionen Franken zur Förderung der Schweizer Weinbauern.

Das reicht dem Weinbauern Parmelin allerdings noch nicht.

Reihenfolge als Kriterium abschaffen

Er will die Konkurrenz aus dem Ausland zurückdrängen und den Schweizern den Konsum von einheimischen Weinen quasi vorschreiben, wie aus einer neuen Vernehmlassung hervorgeht.

So sollen Importkontingente künftig an Inlandsleistungen geknüpft werden.

Das heisst, nur, wer auch Schweizer Trauben ankauft und keltert, soll auch Wein aus dem Ausland importieren dürfen.

Bisher werden die Importkontingente nach der Reihenfolge des Eingangs der Einfuhrzollanmeldungen berücksichtigt – doch das seit 2001 geltende Limit wurde dabei nie erreicht, was der Schweizer Weinwirtschaft ein grosser Dorn im Auge ist und die Lobbyisten auf den Plan rief.

Im Vernehmlassungsbericht ist erwähnt, dass die Schweiz mit internationaler Kritik zu rechnen habe, falls sich der neue Wein-Protektionismus durchsetze.

Einführung einer Importsteuer

Auch die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft sind fatal.

Fachgeschäfte, welche auf französische, spanische, italienische, griechische, argentinische, australische oder etwa auf amerikanische Weine spezialisiert sind, dürfen nur noch importieren, wenn sie auch Schweizer Weine im Sortiment anbieten.

Sie werden irgendwelchen Schweizer Fusel besorgen, nur um gute Weine importieren zu können.

Die Neuregelung wirkt also wie eine Importsteuer. US-Präsident Donald Trump mit seinen US-Strafzöllen lässt da grüssen.

Diskriminierung von Importeuren

Für Schweizer Konsumenten könnte all dies nicht nur Einschränkungen bei der Weinauswahl, sondern auch wieder einmal Preissteigerungen zur Folge haben.

Ausländische Lieferanten von Château Margaux, Pétrus, Lafite-Rothschild & Co. sowie neue Marktteilnehmer würden unter Umständen benachteiligt, mahnte selbst das Wirtschaftsdepartement.

Bei Weinhändlern müssten Schweizer Weine künftig angemessen vertreten sein, um ausländische Weine im Angebot haben zu dürfen, lautet das Credo von Parmelin.

Sinkender Weinkonsum als Trend

Das Image Schweizer Weine – von Spitzentropfen abgesehen – ist ohnehin nicht besonders gut.

Gerade erst machte ein Walliser Weinskandal die Runde, bei dem jahrelang spanischer Wein als AOC-Produkte aus dem Wallis abgefüllt wurde.

Von 2014 bis 2024 sank der Weinkonsum in der Schweiz um 18 Prozent auf 218,4 Millionen Liter. Im selben Zeitraum schrumpfte der Konsum von Schweizer Wein um 21,1 Prozent auf 77,4 Millionen Liter.

Das sind gesellschaftliche Trends.

Weinbauern wichtiger als Konsumenten

Aufgrund des rückläufigen Konsums von ausländischen Weinen geht auch der Weinimport zurück.

So beliefen sich die Einfuhren innerhalb des Zollkontingents 2025 nur noch auf rund 126 Millionen Liter, was einer Ausschöpfung von 74,3 Prozent entsprach.

Geht es nach Parmelin, müsste dieser Menge künftig ein gleichgelagertes Angebot Schweizer Weine gegenüberstehen.

Der Wirtschaftsminister heuchelt Freihandel und die souveränen Konsumenten der Schweiz will er bevormunden – Hauptsache, seine Weinbauern müssen nicht darben.

12.03.2026/kut.

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