
Die Schweiz setzt in einer Krisensituation neue Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran in Kraft. Der Schweizer Botschafter nimmt Reissaus.
Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF hat neue Massnahmen gegen die Islamische Republik Iran erlassen, die ab Dienstag in Kraft treten.
An Brüssel angelehnt
Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco mitteilte, schloss sich Schweiz auf Basis eines Bundesratsentscheids von Dezember 2025 weiteren Sanktionen an.
Neben weiteren Individuen Irans sind auch Unternehmen und staatliche Institutionen künftig auf der «Schwarzen Liste», wie aus den Details hervorgeht.
Die Schweiz lehnt die Massnahmen gegen die Islamische Republik an die Europäische Union an.
Raketenproduktion im Fokus
Betroffen sind beispielsweise Sorinet Commercial Trust Bankers, Iranian Audio-Visual Media Regulatory Authority, Douran Software Technologies oder Seraj Cyberspace Organization beziehungsweise Khojir Missile Development and Production.
Warum die Schweiz just während eines Angriffskrieges von den USA und Israel gegen die Iran die Sanktionen verschärft, bleibt unklar.

Iranische Cyber- und Raketenangriffe gibt es nicht erst seit gestern. Seit Dezember 2025 hätte Bundesbern alle Zeit gehabt, diese Massnahmen zu erlassen.
Eine Erklärung wäre, dass sie allenfalls im Windschatten der US-israelischen Angriffe aus dem Sichtfeld der Iraner verschwinden sollen.
Geldhäuser, wie die Bank Melli, sind bereits seit Dezember für Geschäfte gebannt.
Botschafter ausser Landes
Die Schweizer Vertreter in Iran verliessen jedenfalls umgehend nach Bekanntgabe der neuen Sanktionen die Islamische Republik Iran, wie das Eidgenössische Aussendepartement EDA am heutigen Mittwoch bekanntgab.
Die Schweiz begründete den Schritt mit dem Krieg im Nahen und Mittleren Osten und dem steigenden Sicherheitsrisiko.

Die restlichen sechs Mitarbeiter, darunter der seit rund einem Jahr amtierende Schweizer Botschafter Olivier Bangerter, hätten den Iran auf dem Landweg verlassen, hiess es weiter.
Die Iraner können oder wollen die Sicherheit der Schweizer Vertretung in Teheran, die just im Viertel vieler Regierungsgebäude liegt, offenbar nicht mehr gewährleisten.
Zugegebenermassen ist dies in den Kriegswirren auch nur bedingt möglich. Auch eine grössere US-israelische Offensive auf die iranische Hauptstadt ist wahrscheinlich.
Nachrichtenübermittlung in Takt
Das Schutzmachtmandat, innerhalb dessen die Schweiz seit Jahrzehnten die Interessen von den USA gegenüber Iran vertritt, würde aber weiterhin wahrgenommen, erklärte das EDA weiter.
Sobald es die Lage erlaube, würden die Schweizer Mitarbeiter auch nach Teheran in die Botschaft zurückkehren, hiess es.
Bis dahin dürfte wohl der Zorn über die Verschärfung der Schweizer Massnahmen gegen Iran just in einer sehr schwierigen Situation verzogen sein.
Und die Eidgenossenschaft baut derweil entgegen der Neutralitätspolitik ihre Handelsbeziehungen mit der Kriegspartei USA aus, wie der Bundesrat ebenfalls bekräftigte.
11.03.2026/kut.





