
Eine der wichtigsten Handelsrouten der Schweiz ist die Schifffahrt auf dem Rhein. Bei der Versorgungssicherheit bestimmt nun vieles Bundesbern.
Es sind die wohl vier wichtigsten Kilometer der Schweiz.
Sie reichen von der Mittleren Brücke in Basel bis zur Landesgrenze und verlaufen auf dem Rhein.
Rund 30 Prozent an Mineralöl
Diese vier Kilometer der Schweiz gehören zum international regulierten Bereich der Rheinschifffahrt, die hinter der Landesgrenze zu den grössten europäischen Seehäfen von Rotterdam und Antwerpen führt.
Der Gütertransport über den Rhein umfasst circa 10 Prozent des Schweizer Aussenhandels und beim Import von Mineralölprodukten in die Schweiz liegt der Anteil des Transports über den Rhein sogar bei 30 Prozent.
Zusammenarbeit seit 1815
Es geht bei den vier Kilometern also um nichts Geringeres als um die Versorgungsader des Landes.
Der Ursprung der Abstimmung zur Rheinschifffahrt reicht bis zum Wiener Kongress von 1815 zurück.
Dafür wurde die sogenannte Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) geschaffen, welche als die älteste internationale Organisation der Welt gilt.
Die heute noch geltende Mannheimer Akte von 1868 verankert den zentralen völkerrechtlichen Grundsatz der freien und unentgeltlichen Schifffahrt auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen.
Von Funkfrequenzen bis Personal
Neben der Schweiz sind Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien die Mitgliedstaaten der Kommission, die ihren Sitz in Strassburg hat.
Durch die Zusammenarbeit haben praktisch alle etwas und der Wohlstand steigt.
Am 1. Januar 2026 übernahm die Schweiz für zwei Jahre die Präsidentschaft der Organisation, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA dieser Tage bekanntgab, wo die ZKR in der Schweiz angegliedert ist.
Doch die Arbeiten umfassen nicht nur die Diplomatie zu anderen Ländern. Das Bundesamt für Kommunikation Bakom ist beispielsweise wegen Funkfrequenzen involviert.
Die Rheinschifffahrt tangiert zudem das Bundesamt für Verkehr, das Schweizerische Seeschifffahrtsamt SSA, die Rheinhäfen Basel-Landschaft sowie die Rheinschifffahrtsdirektion Basel-Stadt und viele weitere Stellen, über die Abfallentsorgung bis hin zu Patenten, das Schiffspersonal und Schiffsregistrierungen.
Viele haben da also allein in der Schweiz mitzureden.
Digitalisierung und Naturschutz
Die zweijährige Präsidentschaft gibt der Schweiz die Möglichkeit, Schwerpunkte der Arbeiten in der ZKR zu setzen.
Sie werde sich insbesondere für die Verfügbarkeit alternativer Treibstoffe und die Verbesserung der entsprechenden Infrastruktur am Rhein einsetzen sowie tragfähige Konzepte fördern, um die Auswirkungen von Niedrigwasser zu reduzieren, hiess es aus dem EDA zu den Schlüsselthemen.
Die Schweizer Präsidentschaft werde sich für die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Sicherheit der kritischen Infrastruktur der Rheinschifffahrt einsetzen, erklärte das Team um Roland Portmann, dem stellvertretenden Direktor der Direktion für Völkerrecht des EDA, der die Schweizer Delegation bei der ZKR leitet.
Alle zehn Jahre am Steuer
Mit nur vier Kilometern hat die Schweiz zwar keinen grossen Anteil an der Rheinschifffahrt.
Doch aufgrund der Bedeutung muss die Schweiz nun ihre zweijährige Präsidentschaft nutzen, um ihre Themen vorwärtszubringen.
Sonst bleibt ihr nur das Veto-Recht, das jedes beteiligte Land zu dem internationalen Regelwerk hat.
Oder die Schweiz muss auf den nächsten Turnus zum Vorsitz der ZKR in zehn Jahren warten.
20.01.2026/kut.





