Preis von Silber bricht ein

Einige Silberbarren auf einem Tisch
Silber ist dieses Jahr aus der Versenkung erwacht. (Bild: Scottsdale Mint / unsplash)

Das «Gold der Armen» hat 2025 eine Renaissance erfahren, wie wohl kaum ein Edelmetall. Doch nach Rekordwerten ist die Rallye erst einmal vorbei.

Investoren haben 2025 das Silber als Anlageobjekt entdeckt.

Wie muula.ch im Sommer berichtete, trat das oft als «Gold der Armen» bezeichnete Edelmetall aus dem Schatten des grossen Bruders und legte beachtliche Kurssteigerungen hin.

Anleihen in Edelmetalle tauschen

Der Silberpreis war dabei sogar in den vergangenen Tagen über die Rekordmarke von 80 Dollar je Feinunze gestiegen.

Die über ein Jahrzehnt vergangene Phase ohne neue Höchststände fand damit ein Ende. Seit Jahresbeginn 2025 hatte sich der Silberpreis mehr als verdoppelt.

Hintergrund des Aufwärtstrends beim Silber ist aber genau wie beim Gold, dass Investoren ihren Glauben an die Finanzstabilität des Westens verlieren.

Institutionelle springen auf

Beim sogenannten Debasement Trade verkaufen Anleger ihre Staatsanleihen und schichten in Edelmetalle um, was zuletzt zu immer neuen Höchstständen bei Gold und eben auch bei Silber geführt hat.

Ohnehin bekommen Investoren mit sinkenden Leitzinsen weniger mit Obligationen, weshalb die Opportunitätskosten bei Rohwaren sinken.

Da es nicht nur Kleinanleger, sondern grosse Multi-Asset-Fonds und Institutionelle sind, welche ihre Anlagestrategien auf Edelmetalle ausrichten, trifft diese Nachfrage auf ein viel zu geringes Angebot, was zu Preissteigerungen führt.

Solarboom und «5G» wirken

Normalerweise wird der Silberpreis aber von der weltwirtschaftlichen Konjunktur bestimmt.

Bricht diese ein, geht auch die Nachfrage nach dem Edelmetall abrupt zurück.

Derzeit gibt es mit dem Boom um Solaranlagen und dem Ausbau der «5G»-Mobilfunktechnologie aber noch eine Sonderkonjunktur, welche für Nachfrage nach dem «Gold für Arme» sorgt.

China braucht das Edelmetall für seine Photovoltaik-Produktionen und verhängte unlängst Exportkontrollen, die ab 2026 sogar nur noch für grössere Produzenten staatliche Lizenzen bringen sollen.

Minenaktien im Rückwärtsgang

Gegen Jahresende, wo die Handelsvolumina an den Börsen ohnehin meist sehr gering sind, machten Silber-Investoren nun Kasse.

Der Preis des weiss-grauen Edelmetalls brach am Montag binnen weniger Stunden um rund 10 Prozent ein.

Silberlieferanten, wie Pan American Silver und Agnico Eagle Mines, büssten je um die 6 Prozent ein und die Papiere von Coeur Mining verloren mehr als 4 Prozent.

Dies verdeutlicht die Spekulation, die zu raschen Stimmungsänderungen am Markt führen kann.

Besser Aktien kaufen

Wie muula.ch von einer Minen-Konferenz im Zürcher Luxushotel Dolder Grand berichtete, raten Experten klar davon ab, auf diesen aktuellen Silber-Trend aufzuspringen.

Mit Konjunktursorgen sind die Gewinne meist rasch wieder weg, so die Begründung.

Auch für Gold-Investments sind Finanzspezialisten skeptisch, wie muula.ch vom Jahresausblick von Pictet, der Bank der Ultrareichen, aus dem Zürcher Luxushotel Baur au Lac berichtete.

Das Risikobudget sei besser in Aktien investiert, hiess es. Und die Volatilität sei etwa bei Gold angesichts der neuen Höchststände viel zu hoch.

30.12.2025/kut.

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