USA treiben Schweiz in die Arme der EU

Eine US-Flagge vor einem Abendhimmel mit Wolken
Die USA stehen weltweit isoliert da. (Symbolbild: istrfry / unsplash)

Die Umgangsformen von US-Präsident Donald Trump missfallen immer mehr Menschen. In der Schweiz führt dies zu einer besonderen Trotzreaktion.

«Annuler les F-35», titelte die Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève» dieser Tage.

Rund 81 Prozent der Schweizer seien seit der Machtübernahme von US-Präsident Donald Trump mittlerweile gegen den Kauf der US-Kampfjets F-35, hiess es.

Armasuisse reagiert sofort

Die Schweiz solle doch lieber ein europäisches Kampfflugzeug kaufen, lautete der süffisante Hinweis. Damit ist in Richtung französischer Rafale-Kampfjets gewiesen, welche die Schweiz aber verschmäht hatte.

Die Schweizer Regierung versuchte dann sofort, zu retten, was zu retten ist. Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse gab umgehend die positiven Wirkungen auf das Land und seine Arbeitsplätze durch Gegengeschäfte mit den USA bekannt.

Einschwenken auf EU-Kurs

Doch es schleckt keine Geis weg, wie Schweizer zu sagen pflegen, dass US-Präsident Trump mit seiner tollpatschigen Art die Stimmung im Land komplett gedreht hat.

Viele Bewohner besinnen sich auf ihre europäischen Werte und lehnen Amerika ab.

Die vergangenen Tage zeigten, dass immer mehr Stimmen sich der Europäischen Union zuwenden.

Grossbank will Marktzugang

So weibelte der angesehene Topmanager Peter Voser in einem Interview für das Rahmenabkommen mit der EU, wie muula.ch berichtete.

Einen Tag später meldete sich die Schweizerische Bankiervereinigung SBVg, das Sprachrohr der Grossbank UBS, und erklärte in der «Neuen Zürcher Zeitung», wie wichtig für sie der Marktzugang zur EU sei.

Und der Zürcher «Tages-Anzeiger» überraschte just vor der Ankündigung Trumps zum «Zollhammer» mit den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage, die eigentlich schon uralt waren, dass fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung das Vertragspaket mit der EU unterstützen würde.

Psychoterror verpufft

Die rechte Partei SVP, welche Brüssel und ihren «Knebelvertrag» strikt ablehnt, steht immer mehr auf verlorenen Posten da.

Das Wehgeschrei über den «Looser-Club EU» nimmt ausserhalb der eigenen Reihen aber kaum noch jemand wahr.

Der Psychoterror von Christoph Blocher & Co. auf das Volk geht ins Leere.

Wirtschaftsverflechtungen helfen

Trumps neuen Strafzölle, welche die Schweiz mit 31 beziehungsweise 32 Prozent hart treffen, sind fast doppelt so hoch wie die US-Zusatztarife der EU.

So mancher erklärte, wäre die Schweiz in der EU, hätte das Land also kleinere Probleme.

All dies ergibt für viele Menschen mit Blick auf die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz, der wirtschaftlichen Verflechtungen mit der EU und wegen des imperialen Auftretens von den USA einen Sinn.

US-Präsident Trump treibt quasi in der Schweiz die Annäherung an Brüssel voran.

Berner Kniefall vor Washington

Der Bundesrat ärgerte sich über das Vorgehen von den USA und dass Trump so hohe Gegenzölle auf Schweizer Exporte in die USA verhängte.

Vorerst wolle die Schweiz auf Gegenmassnahmen verzichten, hiess es überlegt von Wirtschaftsminister Guy Parmelin sowie Finanzministerin und Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter.

Ohnehin ist klar, dass die Schweiz in einem Wirtschaftskrieg keine Chance gegen die Vereinigten Staaten von Amerika hat.

Die Chemie-, Uhren-, Maschinen- und die Pharmaexporte regen die Schweizer Wirtschaft an. Mit einem negativen Dekret von Trump gegen die Schweiz würde Bundesbern sofort auf die Knie fallen.

Aussenhandel dreimal grösser

Vielleicht kauft ja die EU mehr Schweizer Produkte, erklärten Brüssel-Anhänger nach der Verhängung der US-Strafzölle hinter vorgehaltener Hand.

Damit würde die Schweizer Abhängigkeit zur Europäischen Union allerdings noch weiter steigen. Schon jetzt ist der Aussenhandel mit Brüssel dreimal grösser als mit den USA.

Zu Verhandlungen gezwungen

Trumps Zolltarife basierten auf abstrusen Annahmen, echauffierten sich viele Schweizer Medien.

Doch eine wissenschaftliche Basis für sein Vorgehen braucht der US-Präsident gar nicht.

Alle Länder marschieren nun nach Washington und bieten Trump viele Zugeständnisse an, damit der «Zollhammer» nicht so hart zuschlägt. Genau das wollen die USA.

Doch Druck erzeugt Gegendruck und in der Schweiz so manche Trotzreaktion.

Viele indirekte Handelshemmnisse

Die Schweiz ist ohnehin ein protektionistisches Land. Doch dies will hierzulande niemand hören.

Wer schon mal versucht hat, ein paar Kilo an US-Beef in die Schweiz zu importieren, weiss, dass Trump eigentlich Recht hat. Neben Schutzzöllen gibt es massenweise nicht-tarifäre Handelshemmnisse, also bürokratische Hürden zum Schutz der heimischen Wirtschaft.

Beliebt ist etwa die Vorschrift, dass alle Importwaren mit Angaben in den vier Schweizer Landessprachen zu versehen sind. Für ausländische Unternehmen ist das Um-Labeln ihrer Produkte dann extra für die kleine Schweiz viel zu unattraktiv.

Die Schweizerische Nationalbank SNB hilft, den Schweizerfranken zu schwächen. Auch das ist eine Manipulation, um der Schweizer Exportwirtschaft auf die Sprünge zu helfen.

Widerspenstiges Loch in Europa

Und genau in solchen «Soft-Faktoren» ist auch Brüssel meisterhaft. Doch dies haben viele Schweizer in der EU noch nicht erkannt.

Der von Ursula von der Leyen geführte Staatenbund will sich das Land einverleiben und das «widerspenstige Loch» auf europäischem Territorium schliessen. Koste es, was es wolle.

Wie wäre es also mit ein paar französischen Kampfjets statt den amerikanischen F-35, liebe Schweizer? Ein «Ja» dürfte nicht mehr weit sein.

04.04.2025/kut.

USA treiben Schweiz in die Arme der EU

One thought on “USA treiben Schweiz in die Arme der EU

  • April 4, 2025 at 10:47 am
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    Die SVP mit ihrer Autoritätsgläubigkeit hat sich nichts mehr gewünscht als in die Arme vom narzistischen Übervater Trump aufgenommen zu werden. Auch der audististische Übervater Putin macht es der SVP nicht leicht. Zu der verständsnisvollen Tante von der Leyen will der lokale Übervater Blocher seine Schäfchen aber partout nicht führen.

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