
Die Schweiz versucht, die Sicht von den USA auf ihre Wirtschaftspolitik zu ändern. Doch die Zahlen spielen den Amerikanern in die Hände.
Die Schweiz sei ein Land mit unfairen Handelspraktiken. Dies ist jedenfalls die Sichtweise des US-Präsidenten Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte er die Schweiz auf die Liste der Länder gesetzt, die ihre Währung zum Nachteil der Amerikaner schwächen.
Exporte steigen rasant
Diesmal ist auch noch die Handelsbilanz im Fokus. Dazu hat diese Woche das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG die Jahreszahlen vorgelegt und die spiele Trump voll in die Hände.
Die Schweiz hat 2024 gegenüber dem Vorjahr ihre Exporte von 373 auf 394 Milliarden Franken gesteigert. Pharmaprodukte, Luxusuhren und Premiumschokolade sei Dank.

Die Importe sanken dagegen von 329 auf 326 Milliarden Franken.
Lässt man mal den Wechselkurs des Schweizerfranken ausser Acht, hat die Schweiz viel mehr exportiert als sie vom Ausland abnimmt.
China und USA leiden
Der Exportüberschuss erhöhte sich um fast 20 auf rund 67 Milliarden Franken. Die Schweiz will also mit ihren Produkten quasi die Welt beglücken.
Während sich bei Ländern, wie Italien, Frankreich sowie Japan, die Ein- und Ausfuhren laut der Gesamtstatistik in etwa die Waage halten, sieht es bei China und eben den USA aber völlig schief aus.
Die Schweiz importierte 2024 Waren aus dem Reich der Mitte für rund 18 Milliarden Franken. Dagegen exportierte sie Waren für 37 Milliarden Franken nach China.
Bei den USA lagen die Werte bei 26,2 zu 64,8 Milliarden Franken. Das heisst fast 20 Milliarden Franken des Schweizer Exportüberschusses betreffen die Amerikaner.
SNB schwächt Franken
Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco argumentiert, die Schweiz gehe mit hohen Produktionskosten, Innovation und hoher Qualität in den Wettbewerb, wie Seco-Chefin Helene Budliger Artieda unlängst in der Öffentlichkeit erklärte.
Doch dies wird Trump kaum beeindrucken, denn die Schweiz kauft einfach zu wenige Güter aus den USA, wie die Zahlen des BAZG klar zeigen.

Hinzu kommt, dass die Schweizerische Nationalbank SNB den Frankenkurs drückt, wenn er der Zentralbank zu hoch erscheint.
Dann werden Schweizer Produkte im Ausland automatisch billiger, was wiederum die Exporte ankurbelt.
Verschiebungen möglich
Einzig Deutschland könnte die Schweiz noch vorschieben.
Denn aus dem «Grossen Kanton im Norden» importiert die Schweiz Güter im Wert von 60 Milliarden Franken und exportiert «lediglich» Waren für 45 Milliarden Franken.
Da könnte die Schweiz also durchaus «Verschiebungen» im Einkauf vornehmen – zulasten der Deutschen und zur Freude der Amerikaner.
Doch über ein ersehntes Freihandelsabkommen der Schweiz mit den USA kämen dann vielleicht viele Chlorhühnchen ins Land.
16.03.2025/kut.
Ich verstehe diesen Artikel mit bizarr merkantilistischer Sicht nicht. Im freiwilligen internationalen Tausch sind Importe und Exporte gleichermassen von Vorteil für die Handelspartner in allen beteiligten Ländern. Der Artikel wird nicht dadurch besser, dass die Amerikaner offenbar dieselbe bizarre Sicht einnehmen…