
Istanbul fasziniert mit Geschichte, Kultur und lebendigen Strassen. Doch wer die Stadt am Bosporus geniessen will, sollte die typischen Touristenfallen kennen.
Reiseprofis machen in den Sommerferien wegen der Menschenmassen um Metropolen einen Bogen.
Doch dabei gibt es eine Ausnahme und die heisst Istanbul.
Kurztrip ins einstige Konstantinopel
Viele der rund 15 Millionen Einwohner verlassen in den Sommermonaten nämlich die Stadt am Bosporus und verbringen die Zeit in Izmir, Antalya, Bodrum & Co.
Feriengäste denken fälschlicherweise oft auch, Istanbul sei im Sommer viel zu heiss, und vermeiden Reisen in die türkische Metropole.
Daher lohnen sich Kurztrips genau dann ins einstige Konstantinopel.
Fussballspiel bei Erstaufenthalt
Wer noch nie in Istanbul war, hat mit der Besichtigung der Sultanspaläste Topkapı und Dolmabahçe, der einstigen byzantinischen Kirche und heutigen Moschee Hagia Sophia sowie des Galata-Turms schon viel zu tun.
Eine Schifffahrt auf dem Bosporus, ein Einkaufsbummel auf der Shoppingmeile İstiklal Caddesi und auf dem Grossen Basar sowie der Besuch eines Fussballspiels um Galatasaray beziehungsweise Fenerbahçe runden einen solchen Erstaufenthalt ab.
Frischer Fisch im Fladenbrot
Doch auch wer schon all die Hauptattraktionen kennt, dem bietet Istanbul noch viel.
Ein Ausflug mit der normalen Fähre zum deutschen Bahnhof Haydarpaşa auf der asiatischen Seite lässt in die phasizinierende Weltgeschichte mit Bahnlinien nach Iran, Irak und Syrien eintauchen.

Regelmässige Besucher könnten aber auch wie die Einheimischen einfach ein Fladenbrot mit frischgebratenem Fisch «Balik Ekmek» im Hafenviertel Eminönü nahe dem Ägyptischen Basar, dem eigentlichen Gewürzbasar, geniessen.
Selbst ein Besuch in einem Supermarkt der vielen modernen Einkaufszentren schärft für Istanbul-Fortgeschritte den Blick für die Alltagsprobleme der Türken um Hyperinflation und um die schwierige Abwägung zwischen regionalen sowie ausländischen Produkten.
Selbst Uber mit Risiken
In Istanbul lauern auf Feriengästen allerdings auch besondere Gefahren, die es andernorts kaum in diesem Ausmass gibt.
Ein grosses Ärgernis sind Taxis und sogar Uber, die mit überhöhten Preisen arbeiten und nicht selten gigantische Umwege fahren.
Beim normalerweise guten Anbieter Uber kann es passieren, dass eine andere Personen als im Profil angegeben fährt oder am Ende doch deutlich höhere Preise abgerechnet werden.
Der Fahrtenanbieter kümmert sich auch eher nur mässig darum, wenn sich Nutzer beschweren.
Oftmals sind öffentliche Verkehrsmittel mit der Istanbul-Card stressfreier und zudem spottbillig.
Versteckte Gebühren
Freundliche Einladungen zum Tee «çay» oder zum Probieren einer der vielen türkischen Köstlichkeiten um Simit, Baklava & Co. entpuppen sich nicht selten als Einstiege in Verkaufsgespräche mit hohem Druck.
Dem sollten Touristen von vorneherein aus dem Weg gehen.
Bars und Nachtklubs locken Touristen oft mit günstigen Getränken, nur um später überhöhte Rechnungen zu präsentieren oder versteckte Gebühren zu kassieren.
Gefälschte Markenware meiden
Auch Schnäppchen lassen sich auf Basaren und in kleineren Geschäften nur selten erhaschen – weil Feriengäste oftmals kaum eine Vorstellung davon haben, wie niedrig die Preise tatsächlich sind.

Gefälschte Markenwaren um Sonnenbrillen von Dolce & Gabbana, um Rolex-Luxusuhren oder um Louis-Vuitton-Taschen sollte man gar nicht erst in Betracht ziehen, denn der Schweizer Zoll könnte sie beschlagnahmen und von den Luxusfirmen drohen Schadenersatzklagen.
Hamam nur auf Empfehlung
Aufpassen müssen Touristen stets bei Restaurants, weil diese oft auf die Ausländer mit separaten Speise- und Getränkekarten direkt zugeschnitten sind.
In Fischrestaurants wird den Gästen nicht selten ein anderer Fisch gezeigt, als er dann auf dem Teller landet.
Klar, bezahlen Fremde die Showeinlage.

Echte Hamam und türkische Badetraditionen sind in den Touristenzentren nur schwer zu finden.
Da braucht es Empfehlungen von Lokalen, um keine Gesundheitsschäden auf dem beheizten Marmorstein sowie beim Massieren mit dem traditionellen Seifenschaum zu erleiden.
Billigflieger reicht
Auf Flüge in Business-Class mit Turkish Airlines von Zürich, Basel oder Genf nach Istanbul kann man getrost verzichten.
Zwar gibt es an Bord das hervorragende Catering des österreichischen Anbieters Do&Co, doch der Service und die Quantitäten lassen auf der Kurzstrecke manchmal zu wünschen übrig und sind mit der prämierten Langstrecke der türkischen Premiumfluggesellschaft kaum zu vergleichen.
Billigflieger und Ferienfluggesellschaften um AJet, Pegasus Airlines & Co. tun es für die kurze Flugstrecke zu beiden Grossflughäfen Istanbuls allemal.
Erdbebengefahr bewusst machen
Lieber sollten Schweizer dafür aber etwas mehr Geld für ein gutes Hotel ausgeben, die gerade in den Sommermonaten vergleichsweise günstig sind.
Dabei ist neben einem guten Frühstücksbuffet, das ein Tappen in die Lunch-Fallen für Touristen vermeidet, allerdings auch auf robuste Bauweise sowie internationale Sicherheitsstandards zu achten, denn die grösste Gefahr droht in Istanbul von einem heftigen Erdbeben.
Ein solches Beben mit grosser Zerstörung und vielen Toten ist laut Experten im Grossraum Istanbul schon bald zu erwarten.
Besser, man reist also noch rasch vorher in die Metropole am Bosporus und eben in den Sommermonaten, wenn die Stadt nicht brechend voll mit Einheimischen und Touristen ist.
31.08.2025/kut.