System der Familienzulagen bunkert Milliarden

Köpfe einer Familie im Schatten
Familien könnten in der Schweiz viel einfacher Hilfe erhalten. (Bild: J. Wylick / unsplash)

Die Schweiz verteilt gigantische Summen für Familien um. Doch genau dort lagern Milliarden, welche die Volkswirtschaft ankurbeln könnten.

Das System der Schweizer Familienförderung lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig.

Es sind nicht nur die mehreren Dutzend ineffizienten Familienkassen, die es sich im Laufe der Jahre gemütlich im Lande eingerichtet haben.

Rund 1,4 Millionen Bezüger

Im Jahr 2024 wurden gesamthaft Familienzulagen in der Höhe von 6,6 Milliarden Franken ausbezahlt, teilte das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV am heutigen Donnerstag zu den neuesten Zahlen mit.

Mit 96 Prozent machte den grössten Anteil aller Leistungen das Bundesgesetz über die Familienzulagen (FamZG) aus.

Der Rest entfiel auf Familienzulagen in der Landwirtschaft sowie auf weitere Versicherungssysteme (AVIG, IV).

Insgesamt seien 2,6 Millionen Familienzulagen an rund 1,4 Millionen Bezüger ausgerichtet worden, hiess es.

Einnahmen der Familienzulagen
Die Arbeitgeber finanzieren hauptsächlich die Familien. (Screenshot: muula.ch)

Dabei beanspruchten von den Geldern für Familien rund 71 Prozent die Kinderzulagen, Ausbildungszulagen kamen auf 29 Prozent.

Die Geburts- und Adoptionszulagen bekamen rund 1 Prozent.

Finanziert wurden die Zulagen grösstenteils von den Arbeitgebern, mit einem mittleren gewichteten Beitragssatz in der Höhe von 1,59 Prozent auf dem Lohn.

Verlust in Betriebsrechnung

Doch wie aus den Analysen des BSV weiter hervorgeht, ist das System selbst nicht kostendeckend.

Der Ertrag der Verwaltungsrechnung sämtlicher Familienkassen betrug 282,4 Millionen Franken.

Demgegenüber belief sich der Aufwand auf 293,8 Millionen Franken, womit ein Verlust von 11,4 Millionen Franken resultierte.

Jahresrechnung der Verwaltung von Familienzulagen
Das System der Familienzulagen ist ein Verlustgeschäft. (Screenshot: muula.ch)

Es zeigt sich, dass es da in der Schweiz durchaus Potenzial zur Optimierung gibt.

Tausende Schweizer pfeifen sogar auf die Leistungen für Familien, wie muula.ch unlängst thematisierte.

Und die Kapitalanlagen sind nur zu einer Mini-Rendite rund 5 Prozent angelegt, was die Verschwendung verdeutlicht.

Milliarden gehortet

Hinzu kommt, dass das System der Familienzulagen auch exorbitante Rücklagen hat.

Die Schwankungsreserven betrugen per 31.12.2024 zirka 3,5 Milliarden Franken, hiess es diesbezüglich vom BSV.

Das sind immerhin 54 Prozent der gesamten Familienzulagen nach FamZG, was zeigt, dass sich bereits ein halber Jahresbeitrag auf der «hohen Kante» angesammelt hat.

Daneben weisen die Kassen sogar weitere Reserven im Umfang von rund 0,5 Milliarden Franken aus.

Mit 4,0 Milliarden Franken könnte die Schweiz die Beiträge der Arbeitgeber deutlich reduzieren und die Wirtschaft entlasten. Es ist ja kaum ein Babyboom in der Schweiz zu befürchten, der solche Polster erfordert.

Komplott mit Gewerkschaften

Langfristig sollte sich das Land aber auch Gedanken über das gesamte System machen, wie muula.ch bereits thematisierte.

Rund 2,6 Millionen Familienzulagen an 1,4 Millionen Bürger könnten auch einfach über die Steuererklärungen verteilt werden und das ganze komplizierte und administrativ aufwendige Zulagensystem des BSV wäre auf einen Schlag hinfällig.

Doch die Arbeitgeber machen im Hintergrund lieber Deals mit den Gewerkschaften, statt wirtschaftlich Sinnvolles für die Schweiz in Gang zu bringen.

Doch darüber berichtet muula.ch ein anderes Mal.

05.02.2026/kut.

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