Stadler Rail zeigt Wert von Versicherungen

Ein Zug von Stadler Rail in einer Landschaft
Stadler Rail hat Produktionsverzögerungen bei Zügen. (Bild: PD)

Der Hersteller von Zügen Stadler Rail hat einen Gewinneinbruch erlitten. Doch mit passenden Absicherungen wäre dies nicht passiert.

Den Wert von Versicherungen erkennen Menschen erst, wenn etwas schiefgegangen ist.

Genau davon kann der Zugbauer Stadler Rail ein Lied singen.

Lieferketten unterbrochen

Er verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr nämlich einen gigantischen Gewinneinbruch. Als Ursache dafür gab Stadler Rail am heutigen Mittwoch drei Umweltkatastrophen mit starken Zerstörungen an.

Die folgenschweren Überschwemmungen im Wallis, im österreichischen Dürnrohr und insbesondere im spanischen Valencia hätten zu massiven Verzögerungen und Unterbrüchen in der Produktion geführt.

Zudem seien die Lieferketten beeinträchtigt gewesen, hiess es weiter.

Konzerngewinn im Tiefgang

Rund 350 Millionen Franken an Umsatz hätten deshalb vom Geschäftsjahr 2024 ins Jahr 2025 und 2026 verschoben werden müssen.

Der Umsatz lag im abgelaufenen Geschäftsjahr laut dem Communiqué mit 3,3 Milliarden Franken rund 10 Prozent unter dem Vorjahr.

Der operative Gewinn auf Stufe Ebit brach um 45 Prozent auf rund 100 Millionen Franken ein. Infolge der Umweltkatastrophen habe sich die operative Marge auf Stufe Ebit um 2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent reduziert, erklärte der Hersteller von Zügen.

Der Konzerngewinn sank sogar um 60 Prozent auf nur noch 55 Millionen Franken.

Entsorgung von Material

Mit der richtigen Versicherung wäre all dies nicht passiert.

Zwar kann die Assekuranz in einem Todesfall nicht den Liebsten oder in einem Schadenfall den ausgefallenen Umsatz wieder herzaubern.

Doch die ökonomischen Auswirkungen auf den Gewinn hätte ein Versicherer kompensiert. 

So flutete Ende Juni 2024 ein Unwetter die Rhone-Ebene und das Werk des strategischen Zulieferers Constellium im Wallis.

Von 1200 Tonnen von Stadler eingelagerten Aluminium-Profilen mussten 850 Tonnen entsorgt werden. Dies hätte die Assekuranz bezahlt, statt dass Stadler Rail auf dem Verlust und den Entsorgungskosten sitzen blieb.

Aussenlager beeinträchtigt

Im September 2024 brach ein Damm in Niederösterreich und überschwemmte das Stadler Inbetriebsetzungszentrum für die neuen ÖBB-Doppelstockzüge Kiss.

Ein neuer Zug wurde zerstört. Auch dafür wäre eine Versicherung aufgekommen.

Und Ende Oktober 2024 ereignete sich in Spanien bei Valencia eine Umweltkatastrophe mit über 220 Toten.

Das Werk von Stadler blieb zwar weitgehend unbeschädigt. Mehrere Aussenlager wurden jedoch schwer in Mitleidenschaft gezogen, in denen Stadler Valencia Dieselmotoren und Drehgestelle lagerte.

Betriebsunterbrechung greift

Da zahlreiche Strassen zerstört wurden, konnten zu Beginn rund 400 Mitarbeitende das Werk nicht mehr erreichen.

Schwer getroffen wurden rund 40 Zulieferer, deren Produktions- und Lagerhallen zerstört oder massiv mit Schlamm überflutet worden sind.

Es fehlten notwendige Komponenten für die Fertigung der Züge, und neue Lieferketten mussten und müssen weiterhin aufgebaut werden.

Betriebsunterbrechung, ein Schutz, den viele Firmen während der Coronavirus-Pandemie mit zahlreichen Lieferkettenproblemen nutzten, hätte Stadler da geholfen.

Doch nun mussten 200.000 Produktionsstunden von 2024 in die Jahre 2025 und 2026 verschoben werden.

Sinkender Aktienkurs

Hätte, hätte, hätte. Der Zughersteller hat einfach an der falschen Stelle gespart.

Verwaltungsratspräsident und einstiger SVP-Nationalrat Peter Spuhler beantragt nun mit seinem Management, die Dividende von 90 auf 20 Rappen je Aktie zu reduzieren.

Das ist ein Einbruch von 80 Prozent. Mit Versicherungen wäre es nicht soweit gekommen.

An der Börse kamen die Informationen am heutigen Mittwoch gar nicht gut an. Die Titel sanken um rund 3 Prozent.

Im Vorfeld hatte es bereits eine Warnung vor schlechteren Zahlen gegeben. Der Aktienkurs von Stadler Rail liegt auf 6-Monatssicht bei rund 15 Prozent im Minus.

19.03.2025/kut.

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