Silber tritt aus dem Schatten von Gold

Silberbarren in unterschiedlichen Ausführungen
Silberbarren werden verstärkt nachgefragt. (Bild: Scottsdale Mint / unsplash)

Die Preise von Edelmetallen steigen und steigen. Doch bei Silber passiert dies nicht nur wegen Leitzinssenkungen und der globalen Krisenangst.

Nach Gold ist nunmehr Silber vermehrt in den Fokus von Investoren gerückt.

Nach Jahren schwacher Entwicklung verzeichnete das «Gold der Armen» derzeit eine beeindruckende Aufwärtsbewegung.

Verdreifachung der Umsätze

Am Freitagnachmittag knackte der Silberpreis das bisherige Jahreshoch und stieg auf über 31,60 Franken je Unze, teilte der Edelmetallhändler Philoro freudig mit.

Die Jahresrendite betrage damit bereits um die 30 Prozent, hiess es.

An das bisherige Allzeithoch beim Silberpreis im Jahr 1980 kommt dies allerdings noch nicht heran, als aufgrund eines Marktengpasses eine Unze Feinsilber den Wert von etwa 85 Franken beziehungsweise 50,35 Dollar erreichte.

Doch die Umsätze mit Silber hätten sich im ersten Halbjahr dieses Jahres im Vorjahresvergleich verdreifacht, erklärte der Edelmetallhändler, der in österreichischem Familienbesitz ist.

Zentralbanken kaufen Barren

Da Gold zunehmend wertvoller geworden ist, wichen Kleinanleger vermehrt auf Silber aus, erklärten die Edelmetallexperten weiter.

Sinkende Leitzinsen und die Absicherung für geopolitische Unsicherheiten seien analog zum Gold die Hauptursachen für den Aufwärtstrend.

Nationalbanken steigen auch immer mehr bei Silberbarren ein, wie es von Russland, Indien und Saudiarabien derzeit heisst.

Fast 60 Prozent bei Industrie

Doch beim Silber kommt noch ein besonderer Umstand hinzu.

Der steigende Silberpreis gehe auf die wachsende Industrienachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot zurück, hiess es. Silber ist ein unverzichtbarer Bestandteil in der Produktion von Solarzellen, wobei etwa 30 Prozent des industriellen Silberbedarfs auf die Photovoltaikindustrie entfallen.

Zusätzlich zur Photovoltaik steigt der Silberbedarf in der Elektronikindustrie, besonders durch den Ausbau der 5G-Mobilfunktechnologie.

Rund 58 Prozent des Silberangebots flössen in die Industrie.

Immer weniger Produktion

Auf der Angebotsseite verzeichnet der Silbermarkt allerdings ein strukturelles Defizit. Das Silver Institute gab an, dass der Jahresbedarf an Silber seit 2021 mehr als 45 Millionen Unzen grösser war als die geförderte Menge.

Die globale Minenproduktion von Silber ist seit ihrem Höchststand im Jahr 2016 von 900,1 Millionen Unzen auf absteigendem Kurs, lauteten die Erklärungen dazu.

Ökonomie wirkt

Die britische Grossbank HSBC erwartet für 2025 ein Silber-Defizit von 206 Millionen Unzen. Doch im Jahr 2026 könnte das Defizit allerdings wieder schwächer werden und dann immer noch 126 Millionen Unzen betragen.

Wie muula.ch berichtete, führt die Überproduktion von Solarstrom allein in der Schweiz zu gigantischen Problemen.

Doch ökonomisch kommt noch ein Effekt hinzu: Steigt der Preis und signalisiert dadurch Knappheiten, entstehen gleichzeitig Anreize, mehr von einem Gut zu fördern beziehungsweise zu produzieren oder es in der Produktion einzusparen beziehungsweise nach Substituten zu suchen.

31.08.2025/kut.

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