
Die Versicherer Helvetia und Baloise lancieren einen neuen Markenauftritt. Doch das geht richtig ins Geld, weil die Rechnungslegung da Kapriolen schlägt.
Die Überraschungen bei Grossfusionen sind oft unschön.
So mussten die Versicherer Helvetia und Baloise bei ihrem Merger schon feststellen, dass die über 160-jährige Baloise eigentlich durch Absorption verschwindet.
Schrittweise Einführung
Genau dies spiegelt sich nun auch im neuen Markenauftritt wider, wie Helvetia Baloise am heutigen Donnerstag überraschend bekanntgab.
Bei der optischen Umsetzung komme es zu einer Verschmelzung der Wortmarke «Helvetia» mit der erst 2022 eingeführten Bildmarke von Baloise.
Die neue Marke werde ab 2026 in den verschiedenen Märkten eingeführt, hiess es weiter.
Doch dabei gibt es einen unschönen Effekt, der mit den geltenden Rechnungslegung IFRS zusammenhängt.
Abschreibung über die Nutzungsdauer
Im Zuge der Fusion werde die Wortmarke «Baloise» aktiviert und über die Zeit amortisiert, erklärte Helvetia Baloise zu den Entwicklungen.
Durch den Entscheid zum neuen Markenauftritt reduziere sich die massgebende Nutzungsdauer für die Markteinheiten in der Schweiz und Deutschland auf ein Jahr, sowie auf bis zu fünf Jahre für die Markteinheiten in Belgien und Luxemburg.

Daraus resultiere für das Geschäftsjahr 2026 allerdings ein IFRS-Amortisierungsaufwand von 1,0 bis 1,1 Milliarden Franken nach Steuern.
Dies entspreche rund zwei Dritteln der Gesamtsumme der Amortisationen für den Markenwert «Baloise» inklusive Logo.
Belastungen bis 2040
Für die Geschäftsjahre 2027 bis 2030 dürfte sich dieser Aufwand nach Steuern auf 75 bis 125 Millionen Franken pro Jahr belaufen.
Doch damit ist es immer noch nicht erledigt. Für die darauffolgenden Jahre bis zur vollständigen Amortisation der Marke im Jahr 2040 gehe Helvetia Baloise von jährlichen Amortisationen in der Höhe von knapp 10 Millionen Franken aus.
Für die IFRS-Eröffnungsbilanz werde der Wert der Marke «Baloise» im vergleichbaren Umfang wie in den PFFI (Pro-Forma Financial Information) per Halbjahr 2025 erwartet, erklärten die fusionierten Versicherer, die ihren gemeinsamen Hauptsitz in Basel haben.
Von den 3,4 Milliarden Franken vor Steuern an immateriellen Vermögenswerten gemäss PFFI entfielen rund 50 Prozent auf den Markenwert inklusive Logo.
Monatelanges Warten
Wie alles genau aussieht, will Helvetia Baloise unter der Führung von CEO Fabian Rupprecht aber erst Mitte April verraten.
Im Rahmen der Präsentation des Jahresergebnisses an einem Investorentag am 15. April werde Helvetia Baloise umfassend über die Fortschritte des Zusammenschlusses berichten, hiess es.
Grossfusionen sind immer für Überraschungen gut.
Der Milliardenaufwand im Zuge des neuen Markenauftritts wird sicher nicht die einzige Hiobsbotschaft von den Versicherern aus Basel bleiben.
05.02.2026/kut.





