Keller-Sutter plaudert wahren Grund zum CS-Untergang aus

Logo der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz
Es kommt immer mehr Licht ins Dunkel zum Untergang der CS. (Bild: muula.ch)

Die Schweiz erzählt allerlei Märchen, weshalb die Krisenbank Credit Suisse verschwand. Doch nun redet sich die Finanzministerin um Kopf und Kragen.

Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat den wahren Grund für den Untergang der Credit Suisse (CS) preisgegeben.

In einem Interview am World Economic Forum WEF 2026 erklärte sie, weshalb die Schweizer Grossbank im Jahr 2023 verschwand.

Auslandtöchter als Ursache

«Der Bundesrat geht gezielt die bei Credit Suisse offenbarte Schwachstelle der schuldenfinanzierten Auslandtöchter an», sagte sie gegenüber «Finanz und Wirtschaft» vom Samstag, weshalb die Grossbank UBS nun nach der Notfusion mit der CS mehr Eigenkapital vorhalten solle.

Auslandtöchter müssten künftig voll mit Eigenkapital unterlegt sein, damit ein Problem bei den Beteiligungen nicht das Stammhaus und damit das Geschäft in der Schweiz gefährde, führte Keller-Sutter weiter aus.

Ermotti sprach in Rätseln

Bisher vertrat die offizielle Schweiz allerdings die Ansicht, die CS sei aufgrund eines Mangels an Liquidität untergegangen.

Selbst die Parlamentarische Untersuchungskommission PUK hatte einen Einfluss vom Ausland ausgeschlossen und nicht einmal in diese Richtung ermittelt.

UBS-Starbanker Sergio Ermotti, der die CS-Integration vorantreibt, hatte unlängst bei Economiesuisse zur Verwunderung vieler Anwesender ebenfalls gesagt, der wahre Grund zum Untergang der CS läge noch nicht einmal auf dem Tisch.

Schlachtplan ersonnen

Wie muula.ch aber als praktisch einziges Medium herausfand, verzeichnete die CS in den USA einen Milliardenabschreiber, bevor das Ende begann.

Dadurch konnte diese US-Tochtergesellschaft der Krisenbank weder verkauft noch abgewickelt werden, weil dann auch beim Schweizer CS-Stammhaus zu wenig Eigenmittel vorhanden gewesen wären.

So ersann die Schweiz zusammen mit den Amerikanern die Notfusion der CS mit der Grossbank UBS, die sie dann auch umsetzten.

Alternative verrät mehr

Doch Finanzministerin Keller-Sutter redete sich nicht nur in diesem Punkt zum Untergang der CS um Kopf und Kragen.

Auch bei der Abschreibung der AT1-Bonds durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma gab die Schweiz plötzlich etwas Neues zu.

Karin Keller-Sutter an der Olma mit einem Schwein auf dem Arm
Karin Keller-Sutter hat derzeit wenig Glück. (Bild: Familie Bühler)

Damit die Grossbank UBS die Auslandtöchter nicht vollständig mit Eigenkapital unterlegen muss, wird derzeit die Deckung der Auslandtöchter mit einer 50-prozentigen Anrechnung von AT1-Kapital als Alternative diskutiert.

Bundesverwaltungsgericht im Recht

«Dieser Vorschlag löst das Problem nicht und würde die heutige Situation praktisch nicht verbessern», erklärte Keller-Sutter aber diesbezüglich.

In einer frühen Krisenphase sei ausschliesslich hartes Kernkapital entscheidend, da die Umwandlung an definierte Bedingungen gebunden wäre, die dann noch nicht auslösten, führte die Finanzministerin weiter aus.

Doch genau diese Situation ist derzeit Gegenstand vor Bundesgericht, nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Entscheid der Schweiz gekippt hat, die AT1-Bonds einfach während der Notfusion zu entwerten.

Höhere Verzinsung nötig

«Setzt man die Bedingungen für AT1 hingegen so an, dass eine Wandlung auch in einer frühen Phase möglich wäre, so würden Investoren entsprechend auch höhere Zinsen verlangen», sagte Keller-Sutter weiter.

Dies würde der Bank aber kaum mehr Vorteile gegenüber hartem Eigenkapital bieten, hiess es.

Die Schweiz nahm bei der CS-Notfusion mit der UBS allerdings gerade die Wandlung von AT1-Anleihen in Eigenkapital in der frühen Phase der damaligen Bankenkrise vor.

Schliesslich waren alle Kapitalquoten bei der CS voll erfüllt, wie sowohl die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma als auch die Schweizerische Nationalbank SNB bestätigten.

Zinsargument als Offenbarungseid

Damit wären die AT1-Bond aber im CS-Fall gerade wie Eigenkapital anzusehen, erklärte Keller-Sutter nun höchstpersönlich.

Die Schweiz liess jedoch CS-Aktionäre ungeschoren und nur einige Anleihegläubiger mussten Totalverluste von rund 16,5 Milliarden Franken hinnehmen.

Keller-Sutter hatte bei der AT1-Entwertung sogar mit dem hohen Zins für das Abschreibungsrisiko argumentiert.

Doch nun erklärt die Finanzministerin entgegengesetzt, die AT1 hätten eigentlich eine Eigenkapitalrendite wie Aktien verdient.

Wahrheit scheibchenweise

Mit beiden Aussagen, also dem Milliardenabschreiber bei der US-Tochter als Ausgangspunkt der Bankenkrise und der fehlende Auslöser für AT1-Entwertung, gibt die offizielle Schweiz nun endlich die wahren Umstände beim Untergang der CS zu.

Damit beendet das Land die Märchenstunde zu dem traurigen Kapitel des Schweizer Finanzmarktes und die Steuerzahler dürften sich langsam, aber sicher zur Kasse begeben.

26.01.2026/kut.

Keller-Sutter plaudert wahren Grund zum CS-Untergang aus

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