Glanz der Krypto-Idole verblasst

Ein Krypto-Nerd vor vielen Computerbildschirmen
Krypto-Nerds produzieren Geld an Computern. (Symbolbild: pixabay)

Die Pioniere der Krypto-Szene sind von Stars zu Schattenfiguren geworden. Nach Prozessen, Knast und Rückzug ging es vom Hype ins völlige Abseits.

Vor wenigen Jahren galten Kryptowährungen als das nächste grosse Ding der Finanzwelt.

Namen wie Bitcoin und Ethereum prägten die Schlagzeilen und die Gründer sowie Erstinvestoren stiegen zu Stars der Finanzbranche auf.

Rückzug aus Öffentlichkeit

Doch mittlerweile ist von diesem Glanz kaum noch etwas zu spüren.

Während Künstliche Intelligenz (KI) derzeit die öffentliche Aufmerksamkeit dominiert, ist die Krypto-Szene um Blockchain-Geld weitgehend von der Bildfläche verschwunden.

Viele ihrer Köpfe sitzen im Gefängnis, andere haben sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Haftentlassung erst 2044

Da wäre Sam Bankman-Fried, der ehemalige Chef der Kryptobörse FTX mit dem markanten Wuschelkopf, der früher von einer Talkshow zur nächsten tingelte.

Er war im März 2024 wegen Betrugs verurteilt worden und hatte eine Haftstrafe von 25 Jahren erhalten.

Bankman-Fried sitzt derzeit in einem US-Bundesgefängnis und eine vorzeitige Entlassung ist frühestens im Jahr 2044 denkbar.

Hedge-Geschäfte gewonnen

Die enge Vertraute Bankman-Frieds und frühere Geschäftsführerin von Alameda Research, Caroline Ellison, wurde 2024 zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Ihre Kooperation mit den Behörden trug entscheidend zur Aufarbeitung des FTX-Skandals bei.

Früher war sie eine gefragte Persönlichkeit der Blockchain-Branche, die viele Hedge-Geschäfte in Milliardenhöhe zu ihren Gunsten entschied.

Doch nun sitzt sie auch hinter Gittern.

Geldwäscherei als Problem

Der Gründer und langjährige CEO der weltgrössten Kryptobörse Binance Changpeng «CZ» Zhao bekannte sich im Zusammenhang mit Geldwäscherei schuldig. Im April 2024 wurde er zu vier Monaten Haft verurteilt und kam bald darauf wieder frei.

Zhao darf die Kryptobörse Binance offiziell nicht mehr führen und hat sich neuen Projekten zugewandt, darunter das Bildungsprojekt Giggle Academy sowie sein Investmentvehikel YZi Labs, das als Family-Office fungiert.

Kompensation für Insolvenz

Auch der Gründer der Kryptoplattform Celsius Network, Alex Mashinsky, geriet ins Visier der Justiz.

Nachdem Celsius im Jahr 2022 Insolvenz angemeldet hatte, wurde Mashinsky wegen Betrugs angeklagt und in einem Prozess zu 12 Jahren an Gefängnis verurteilt, die er bald antreten muss.

Von wöchentlichen Fernsehauftritten kam einer der Treiber hinter vielen Krypto-Entwicklungen ins totale Abseits.

Seine Anhänger erhielten zumindest dieser Tage eine dritte Nachzahlung aus dem Insolvenzverfahren. Mit insgesamt rund 65 Prozent an Kompensation stehen sie damit zumindest nicht vollständig ruiniert bei ihren Investments da.

Ethereum zur Weltdominanz

Ein völlig anderer Fall in der Szene bleibt der Mitbegründer von Ethereum, Vitalik Buterin, der sich nicht abgemeldet, sondern im Stillen neu positioniert hat.

Der Studienabbrecher, der sogar einen Ehrendoktor von der Universität Basel erhielt, kündigte an, die Alltagskoordination bei der Ethereum Foundation abzugeben und sich auf Forschung und langfristige technologische Entwicklung zu konzentrieren.

Er arbeitet weiterhin an Visionen wie dem «World Ledger», das Ethereum als grundlegende Infrastruktur global verankern soll.

Schweizer Fürsprecher in Pension

Selbst in der Schweiz ist es ruhig um das Zuger Krypto-Valley geworden.

Den Hype um den Krypto-Millionär Dadvan Yousuf hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma abgewürgt.

Fürsprecher der digitalen Gelder, wie der einstige Bundesrat Johann Schneider-Ammann, sind abgetreten.

Übernachten im Büro?

Skandale, spektakuläre Firmenpleiten und verschärfte Regulierung haben die Kryptobranche an den Rand gedrängt.

Parallel hat sich der technologische Fokus verschoben: KI liefert Schlagzeilen im Wochentakt, zieht Kapital und Talente an und gilt heute als Leitinnovation.

Kryptowährungen wirken dagegen wie ein Relikt der Vergangenheit.

Allenfalls Präsidenten um El Salvador, Nayib Bukele, oder den USA, Donald Trump, schmücken sich mit Krypto-Erfolgen.

Doch das kann den einstigen Boom mit prägenden Persönlichkeiten und dem Übernachten in Büros wohl kaum wiederbeleben.

30.08.2025/kut.

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