Eine App zieht viele Schweizer in ihren Bann

Junge Frau mit Smartphone
Fast drei Stunden nutzt jeder Schweizer das Smartphone jeden Tag. (Bild: Mircea / pixabay)

In einer Welt voller Apps ist es schön zu sehen, wie ein kleines Programm die Schweiz erobert. Die App hilft aber der ganzen Welt.

Die Frage lautet eigentlich immer gleich: «Bin ich hier richtig für die Abholung?». «Nein, da müssen dorthin gehen», lautet dann häufig die Antwort.

Doch es gibt mittlerweile in der Schweiz auch Profis, die sofort wissen, wo die Abholung stattfindet.

Grössere Fangemeinde

Die Rede ist von vorbereiteten Paketen an Esswaren in Cafés, Restaurants oder Bäckereien, welche die Kundschaft über eine App ordern und selbst abholen können.

Die App «to good to go», also zu gut, um weggeworfen zu werden, ist gerade unter Schweizer Jugendlichen derzeit ein absoluter Renner.

Die Idee hinter der Bewegung, wie man die grosse Fangemeinde derzeit schon bezeichnen muss, stammt ursprünglich aus Dänemark und setzt sich in immer mehr europäischen Ländern durch.

In der Schweiz machen selbst grosse Gastrobetriebe, wie etwa das Tibits, aber auch Migros, Coop oder Manor mit und lösen gleich drei Probleme.

Kleiner Preis

Ersten müssen Restaurants beziehungsweise Detailhändler mit ihren Lebensmittelabteilungen häufig Esswaren wegwerfen, die eigentlich noch gut wären. Das tut den Etablissements natürlich weh.

Zweitens gibt es gerade viele junge Menschen, denen das Essen in Schweizer Gastrobetrieben viel zu teuer ist, die sich aber gesund ernähren und daher nicht zu den günstigeren Fast-Food-Ketten gehen wollen.

Sie können in ihrem Lieblingsrestaurant über die App ein Esspaket zum Abholen bestellen – und dies zum kleinen Preis, weil das Essen ohnehin hätte entsorgt werden müssen.

Win-Win-Win gegeben

Und drittens versuchen viele Menschen nachhaltiger zu leben, was der ganzen Wirtschaft und der Welt zugutekommt, indem viel weniger Abfall anfällt.

Die Restaurants schmeissen weniger Esswaren weg. Die Kunden bekommen leckere Speisen und schonen dazu als Sparfüchse ihre Geldbeutel obendrein.

Es ist Win-Win-Win – ausgelöst durch die Software.

Die Idee hinter der App hat nicht nur die Ernährung von vielen Menschen geändert, sondern auch die Food-Industrie revolutioniert.

Von der Restaurant-Kette Tibits hiess es, dass es dabei nicht um den Verkauf der restlichen Esswaren gehe, sondern man die Kreislaufwirtschaft unterstützen und keine Speisen in den Müll werfen wolle.

Gute Qualität

Nutzer der App berichten, dass die Pakete zum Abholen stets hervorragend zusammengestellt seien und praktisch nie etwa den Eindruck von Essensresten erweckten, wie zahlreiche «2good2go»-Fans gegenüber muula.ch bestätigten.

Gerade Jugendliche sind von dem Konzept begeistert.

Tiktok und WhatsApp überwiegen

Schweizerinnen und Schweizer verbrachten im Jahr 2022 rund 2,9 Stunden pro Tag mit ihren Smartphones, wie aus einer exklusiven Analyse für muula.ch der auf Verbraucher- und Marktdaten spezialisierten Firma data.ai hervorgeht.

Demnach werden in der Schweiz in den Betriebssystemen iOS und Google Play rund 230 Millionen Apps jedes Jahr heruntergeladen. Darunter ist auch der Kassenschlager «2good2go».

Die Top-5-Downloads waren im vergangenen Jahr aber Tiktok, WhatsApp, Microstoft Teams, die Schweizerischen Bundesbahnen SBB und Instagram, wie es weiter in der Auswertung hiess. Die Food-Waste-App ist eine Nische.

Geld sitzt locker

Jährlich geben Schweizer Konsumenten in den Apps rund 750 Millionen Franken aus – was monatlich zirka 60 Millionen Franken sind, aber im Dezember auf rund 75 Millionen Franken hochschnellt.

Natürlich ist damit nicht eine Essenbestellung für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft gemeint, sondern die meisten In-App-Käufe erfolgen über Tiktok, der Dating-Plattform Tinder, Disney+, youtube, Google one oder im Streaming-Dienst Netflix.

Vergessen darf man dabei auch nicht die Ausgaben für Spiele, wie «Candy Crush Saga», «Clash of Clans» und «State of Survival».

Aufsteigen garantiert

Die Welt an Apps ist kunterbunt. Die App zur Vermeidung von Essenresten «2good2go» dürfte in den Ranglisten sicher bald weiter oben auftauchen.

Und immer mehr Menschen werden in der Schweiz fragen: «Bin ich hier richtig für die Abholung meines Essenspakets?».

08.09.2023/ena.

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