
Der Schweizer Industriekonzern ABB hatte überraschend seine Robotics-Sparte verkaufen wollen. Doch genauso überraschend geht der Deal nun flöten.
Unverhofft kommt tatsächlich oft.
Nur so kann der Verkauf der Robotics-Sparte des Energietechnik- und Automationskonzern ABB beschrieben werden.
Tausende in Ungewissheit
Im Oktober 2025 hatte ABB aus heiterem Himmel bekanntgegeben, sein ganzes Roboter-Segment mit einem Unternehmenswert von 5,375 Milliarden Dollar an die Japaner bei SoftBank verkaufen zu wollen.
Rund 7000 Mitarbeiter und ein Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar hätten bei der SoftBank Group ein neues Zuhause finden sollen.
Peking stellt sich quer
Doch daraus wird doch nichts, wie der Schweizer Industriekonzern mit Hauptsitz in Zürich Oerlikon am heutigen Donnerstag bekanntgab.
Die Transaktion stand, wie viele Firmenverkäufe unter dem Vorbehalt behördlicher Bewilligungen, wie muula.ch berichtete.
Genau daran scheitere das Vorhaben in der Zwischenzeit. Für die chinesischen Teile des Geschäfts habe China keine Genehmigung erteilt, hiess es weiter.
Trump-Nähe als Hindernis?
ABB und Softbank arbeiteten an einer Lösung, erklärten die beteiligten Unternehmen.
Laut Medienberichten betrifft das Veto der Chinesen einen wichtigen Geschäftsteil der Robotik-Sparte.
Diese ist offenbar besser in Schweizer Händen als unter japanischer Führung, mit einem Firmenchef Masayoshi Son, der US-Präsident Donald Trump nahesteht.
Künstliche Intelligenz und Roboter sind ja die Zukunftsthemen für das Reich der Mitte und die USA sind der Hauptkonkurrent.
Ohne den chinesischen Teil der Transaktion ergibt aber der ganze ABB-SoftBank-Deal laut Beobachtern keinen Sinn.
Bilanzierung schon geändert
ABB hatte mit dem Verkauf an Softbank unter der Leitung von CEO Morton Wierod einen Spinoff als eigenständig kotiertes Unternehmen abgeblasen.
Ab dem vierten Quartal 2025 war die Robotics-Division als «nichtfortgeführte Aktivitäten» ausgewiesen worden.
Gleichzeitig war die Division Machine Automation, die zusammen mit der Robotics-Division den Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation bildete, ein Teil des Geschäftsbereichs Prozessautomation geworden.
Investoren reissen aus
Mit dem Veto der Chinesen wird es nunmehr schwierig, die Berichtsstruktur auf diese Weise fortzusetzen. Auch die Planung dürfte hinfällig sein.
Bei Abschluss sollte die Devestition zu einem nicht-operativen Buchgewinn vor Steuern von rund 2,4 Milliarden Dollar mit einem erwarteten Barerlös nach Transaktionskosten von rund 5,3 Milliarden Dollar führen.
An der Börse sass der Schock tief. Die ABB-Titel verloren um über 2 Prozent. Aber unverhofft kommt eben oft.
05.11.2026/kut.




