Boom in der Schweizer Hotellerie

Ein Bett in einem Hotelzimmer mit einer Leuchte
Die Schweiz konnte 2025 viele Betten füllen. (Bild: pexels / pixabay)

Die Hotels haben 2025 so viele Nächte verkauft, wie noch nie. Die Milliarden-Branche schreit mit fadenscheinigen Argumenten dennoch um Subventionen. 

Das Schweizer Hotelgewerbe hat mit dem Eurovision Song Contest ESC in Basel, der Frauenfussball-EM und vielen weiteren Events im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand an Übernachtungen erzielt.

Coronavirus geht vergessen

Die Zahl der Logiernächte erhöhte sich um rund 3 Prozent beziehungsweise 1 Million auf 43,7 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Montag auf Basis provisorischer Daten bekanntgab.

Das Gejammer in der Schweizer Übernachtungsindustrie über eine Geschäftsflaute entbehrt jeglicher Grundlage.

Die Zahl der verkauften Nächte ist sogar deutlich besser als vor der Coronavirus-Pandemie.

Italiener und Niederländer kommen

Selbst der schneearme Dezember war ein Renner, wie die Statistiker weiter mitteilten.

Die Zahl der Logiernächte erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 5,9 Prozent.

Besonders deutlich fiel die Zunahme bei den ausländischen Gästen aus, deren Übernachtungen um 7,4 Prozent zulegten.

Besonders Italiener strömten zu über 20 Prozent mehr in die Schweiz. Aber auch Niederländer fragten mit fast 15 Prozent mehr an Übernachtungen nach.

Unter Schweizern betrug das Plus bei den Logiernächten im Dezember immerhin 4,3 Prozent. 

Milliardenbusiness mit Nächtigen

Bewertet man eine Nacht beispielsweise mit 150 Franken, was eher günstig wäre, so kommt die Hotelbranche allein mit Übernachtungen auf einen Jahresumsatz von fast 7 Milliarden Franken.

Hätten alle Übernachtungsgäste aber Suiten für beispielsweise 1000 Franken pro Nacht gebucht, lägen die Verkaufserlöse sogar bei 43,7 Milliarden Franken.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Bei 500 Franken pro Logiernacht läge der Branchenumsatz bei 22 Milliarden Franken.

Hinzu kommen noch Essen und Getränke sowie Einnahmen aus Spa, Internet, Parkieren & Co.

Waren werden im Inland konsumiert

Die Hotellerie kämpft, obwohl es eigentlich so gut läuft wie noch nie, dennoch um Subventionen und will erneut ein Entgegenkommen der Schweiz bei der Mehrwertsteuer.

Das Übernachtungsgewerbe habe Exportcharakter lautet eine der fast lächerlichen Begründungen der Hoteliers für einen günstigeren Mehrwertsteuersatz, obwohl die Gäste die Ware klar in der Schweiz konsumieren.

Ein Coiffeur kann auch nicht erklären, er will weniger Mehrwertsteuer an den Staat abdrücken, wenn er einem Touristen aus dem Ausland die Haare schneidet.

Maximale Zahlungsbereitschaft nutzen

Hohe Personalkosten und die Frankenstärke führten im internationalen Vergleich zu hohen Preisen, argumentieren Hoteliers weiter, wie muula.ch berichtete.

Doch der günstigere Mehrwertsteuersatz erhöht für die Schweizer Hotels einfach ihre Gewinnmargen, denn beim Verkaufspreis nehmen die Unternehmer die maximal mögliche Zahlungsbereitschaft der Gäste.

Fehlanreize aufheben

Die Staatshilfe gehört demzufolge umgehend gestrichen, selbst wenn Luxushotels wie das Zürcher Dolder Grand Hotel von Unternehmer Urs Schwarzenbach im vergangenen Jahrzehnt fast 200 Millionen Franken an Verlust angehäuft hat.

So etwas sollte nicht noch mit Steuergeld unterstützt und damit länger am Leben gehalten werden.

26.01.2026/kut.

Boom in der Schweizer Hotellerie

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