
Der Schokoladekonzern Barry Callebaut trennt sich von Konzernchef Peter Feld. Nach einem Deutschen soll es nun ein Niederländer richten.
Beim Schweizer Schokoladehersteller Barry Callebaut gehen die CEOs ein und aus.
Peter Feld, der dem Konzern ein Effizienzprogramm verordnet hat, muss nach nicht einmal drei Jahren seinen Chefposten räumen.
Wechsel per 26. Januar
Dies teilte Barry Callebaut am heutigen Mittwoch überraschend mit. Feld wolle sich eine neue berufliche Herausforderung suchen, hiess es zur Begründung.
Er hatte die Nachfolge von Peter Boone angetreten, der aber auch nur kurze Zeit bei Barry Callebaut als Firmenchef tätig gewesen war.
Bereits per 26. Januar werde nunmehr der Niederländer Hein Schumacher das Amt des CEO begleiten, erklärte der Schokoladekonzern.
Unnötig harte Sanierung eingeleitet
Feld hatte bei dem Unternehmen in einer Phase hoher Rohwarenpreise das Transformationsprogramm «BC Next Level» durchgeführt, bei dem quasi kein Stein auf dem anderen blieb.
Doch ganze Teams verliessen Barry Callebaut und erfreuten somit die Konkurrenz, allen voran die Italiener um Irca Group in Mailand, aber auch die Japaner um Blommer Chocolate.
Hinter vorgehaltener Hand wurde jedoch gewispert, dass CEO Feld eine Erkältung mit einer Chemotherapie behandele.
Dass dies auf Dauer nicht gutgehen würde, war schliesslich abzusehen. Der Aktienkurs halbierte sich zudem.
Feld war vorher CEO der Jacobs Holding, zu der Barry Callebaut zu einem Grossteil gehört. Er hatte aber auch den strauchelnden Haushaltwarenhersteller WMF nur mehr oder weniger saniert.
Breiter Erfahrungsschatz
Der Nachfolger von Feld sei durch einen globalen Suchprozess gefunden worden, hiess es im Communiqué.
Schumacher sei eine erfahrene, entscheidungsfreudige Führungspersönlichkeit.

Der Topmanager verfüge aus zwei CEO-Positionen bei Unilever und Royal FrieslandCampina über eine einzigartige Kombination aus Erfahrung in den Bereichen Nahrungsmittel, B2C/B2B und Rohstoffen sowie ausgewiesenem Erfolg bei der Schaffung von bedeutendem Aktionärswert.
Global Cocoa im Rückwärtsgang
All dies kann der neue Konzernchef bei Barry Callebaut gut gebrauchen, denn im vergangenen Geschäftsquartal brach die Verkaufsmenge um fast 10 Prozent auf 509.000 Tonnen ein, wie das Unternehmen gleichzeitig bekanntgab.
Schwächere Nachfrage und strategische Priorisierung profitablerer Segmente führten aber bei Global Cocoa zu einem Rückgang der Verkaufsmenge um sogar 22,0 Prozent.
Die Verkaufsmenge bei Global Chocolate sank in einem um 6,1 Prozent rückläufigen Markt um 6,8 Prozent. Der Konzern verlor also Marktanteile.
Mengenwachstum wieder im Fokus
Nur durch Preiserhöhungen legte der Umsatz um 6,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken zu. Das Umsatzwachstum in Lokalwährungen lag sogar bei +8,9 Prozent, rechnete der Schoggikonzern vor.
Doch die Preise hätten sich jetzt unter dem Höchststand eingependelt, analog zum Rückgang der Kakaobohnenpreise, erklärte Barry Callebaut.
Jetzt braucht es also wieder eine Rückkehr zu Mengenwachstum.
An der Börse kamen die Informationen gut an. Der Aktienkurs der Barry-Callebaut-Titel legte im frühen Handel gleich um über 5 Prozent zu.
21.01.2026/kut./Meldung am Ende mit Börsenreaktion ergänzt





