Auktionsverkäufe bei Christie’s brechen ein

Eine Auktion bei Christie's
Eine Millionenauktion von Christie’s im Juni. (Bild: PD)

Das berühmte Auktionshaus Christie’s ist in der Flaute. Einen Bereich trifft es besonders hart und dennoch sind die Verantwortlichen zuversichtlich.

Das im Jahr 1766 gegründete Auktionshaus Christie’s hat einen starken Rückgang der Verkäufe verzeichnet.

Im ersten Halbjahr 2024 brachen die Umsätze um hohe 22 Prozent auf noch 2,1 Milliarden Dollar ein, wie die Firma diese Woche bekanntgab.

Luxus stark im Minus

Bereits im ersten Semester 2023 waren die Verkäufe um 23 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar zurückgegangen. Der Abwärtstrend der Vorjahre setzte sich damit fort.

Besonders schlecht lief es diesmal in einem Bereich.

Die Auktionsverkäufe bei Luxusgütern gingen um 39 Prozent auf nur noch 362 Millionen Dollar zurück. Das Geschäft mit Handtaschen von Hermès, Louis Vuitton, Chanel & Co. sowie Luxusuhren oder edlen Weinen ist also praktisch im Keller.

Zeitgenössisches im Rückwärtsgang

Schlecht liefen auch die Kunstverkäufe um Alte Meister, die um 32 Prozent auf nur noch 77 Millionen Dollar einbrachen.

Auch die Auktionserlöse der Kunst des 20. sowie 21. Jahrhunderts – eigentlich die grösste Umsatzposition – ging um 24 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zurück.

Alternative Kennzahlen stimmen

Das Auktionshaus zeigte sich dennoch positiv.

In einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld habe Christie’s alle anderen Schlüsselkennzahlen beibehalten oder verbessert, erklärte Guillaume Cerutti, Chef des Sotherby’s Konkurrenten.

Verkaufswillige Sammler hatten wegen der Krisen in der Welt ihre Einlieferung zurückgezogen und teilweise auf den Herbst verschoben.

Die durchschnittliche Absatzrate habe allerdings unverändert bei hohen 87 Prozent gelegen, hiess es weiter.

Die Kennzahl, die das Verhältnis von Hammerpreis und unterem Schätzwert misst, sei auf 111 Prozent gestiegen nach 107 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Eine Patek Philippe für Millionen

Christie’s teuerstes Gemälde, Andy Warhols «Flowers», wurde für 66,6 Millionen HK-Dollar in Hongkong verkauft, was rund 35,5 Millionen Dollar sind.

In Asien, wo Christie’s aber nur rund 21 Prozent der Verkäufe erzielt, schwächelte der Luxus nicht einmal.

Eine starke Reihe von Luxusverkäufen umfasste laut dem Auktionshaus eine spektakuläre Cartier India Tutti-Frutti-Halskette für 68 Millionen HK-Dollar sowie eine seltene Schweizer Luxusuhr von Patek Philippe 2523J für 65 Millionen HK-Dollar.

Formel-1-Boom in Genf

In Genf gab es zudem im Mai zahlreiche Luxusverkäufe, die von neun Uhren der F1-Legende Michael Schumacher für 4 Millionen Franken angeführt wurden, wie muula.ch berichtete.

Eine Luxusuhr von F.P. Journe, die Vagabondage I, kam immerhin für 1,5 Millionen Franken unter den Hammer.

Die zu 97 Prozent verkaufte Auktion von Magnificent Jewels brachte einen 202 Karat Yellow Rose Diamant hervor, der für 6 Millionen Franken verkauft wurde.

Besonders hervorzuheben ist auch, dass die Verkäufe von Kunstklassikern weltweit um 81 Prozent auf 132 Millionen Dollar stiegen.

Asiatische Kunst legte um 21 Prozent auf 217 Millionen Dollar zu.

Optimistischer Start

Tiefpunkt dieses Halbjahres sei bei Christie’s der Hackerangriff vor den Versteigerungen in Genf und New York gewesen, erklärte Cerutti vor der Presse.

Dennoch habe das Auktionshaus die Versteigerungen quasi ohne grosse Disruption abgehalten, wie muula.ch berichtete.

Für die Zukunft zeigte sich Christie’s optimistisch.

Die zweite Jahreshälfte habe mit zwei rekordverdächtigen Old Masters begonnen, die in London für über 13 Millionen Dollar verkauft wurden.

Hinzu kommen laut einer Medieninformation die Ankündigung der bahnbrechenden Reihe von Verkäufen aus dem Nachlass des verstorbenen Paul G. Allen, die im September für New York stattfinden werden.

Ohnehin ist die Region Amerika mit 41 Prozent (noch vor EMEA mit 38 Prozent) der grösste Absatzmarkt des traditionellen Auktionshauses. Und das alles gibt Hoffnung.

20.07.2024/kut.

Auktionsverkäufe bei Christie’s brechen ein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert