Aktive Anlagestrategien lohnen sich nur in wenigen Fällen

Ein grüner Pfeil nach oben und schematische Aktienkurse im Hintergrund
Vermögensanlage ist keine Hexerei. (Bild: pixabay)

Investoren wählen zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien. Doch Erfolg verspricht quasi nur ein Weg, wie ein Blick in die Vergangenheit verrät.

Sollen Kapitalanleger einfach einem Börsenindex folgen oder lieber auf einen Manager setzen, der für sie das Geld anlegt?

Dieser Frage hat sich der Zürcher Anbieter von Wealth-Office-Lösungen Zwei Wealth gewidmet, der mittlerweile zum Lebensversicherer Swiss Life gehört.

Hälfte verschwindet vom Markt

Die Antwort dürfte viele Investoren erschrecken.

Lediglich 10 Prozent der aktiven Manager schlagen ihre Benchmark, wenn man nach 10 Jahren mal eine Bilanz zieht.

Rund 45 Prozent der aktiven Kapitalmanager seien schlechter als der Benchmark, hiess es weiter von Zwei Wealth auf Basis von Morningstar-Daten.

Performance-Vergleich für aktive Kapitalanleger gegenüber Benchmark
Screenshot: muula.ch

Die restlichen 45 Prozent der aktiven Kapitalanleger seien nach einer Dekade schon gar nicht mehr am Markt.

Dies, weil die Manager etwa aufgegeben haben oder ihre Vehikel mit anderen Kapitalanlageprodukten verschmolzen wurden.

Das dramatische Resultat wird noch schlechter, je weiter es in die Zukunft geht. Nach 20 Jahren lohnen sich aktive Anlagestrategien quasi kaum noch.

Sofortige Reaktion auf Infos

Als Hauptgrund für das schlechte Abschneiden bei der Überperformance, dem sogenannten Alpha, gibt Zwei Wealth die Markteffizienz an.

Verarbeitet nämlich ein Kapitalmarkt, wie etwa bei den berühmten US-Aktienindizes, alle verfügbaren Informationen quasi sofort, ist es für Kapitalanleger schwierig, durch eigene Entscheide eine Zusatzrendite zu den Börsenbarometern zu erwirtschaften.

Aktive Anlagestrategien seien daher praktisch nur für Märkte interessant, die sich in einer Nische mit weniger Markteffizienz bewegten, so Cyrill Moser von Zwei Wealth.

Höchste Renditen nach 10 Jahren bei aktiven Kapitalanlagen
Höchste Renditen in Nischenmärkten. (Screenshot: muula.ch)

Beim Blick auf die eigene Kundschaft fand der Anbieter von Lösungen zur Vermögensverwaltung heraus, was erfolgreiche Kapitalanleger auszeichnet.

Die erfolgreichsten aktiven Manager seien sehr oft spezialisiert, konzentrierten sich auf eine Investment-Strategie in wenig effizienten Märkten und würden komplexe Produkte vermeiden.

All dies sei beispielsweise bei Aktienanlagen in China oder Schweizer Small & Mid Caps beziehungsweise bei Anleiheinvestments im Schweizer Immobilienbereich deutlich sichtbar, die hohes «Alpha» generierten.

Kaum Mehrwert für Sparer

Wer also in spezialisierte Kapitalmärkte investiert, die Informationen weniger effizient verarbeiten, kann mit einem Portfoliomanager deutlich mehr Rendite erzielen, als langfristig nur auf eine Index-Benchmark zu setzen.

Erst dann lohnt es sich quasi für Investoren, für aktive Kapitalanlage auch mehr Geld aufzuwenden.

Durchschnittsanleger wählt passiv

Passive Anlagestrategien lohnen sich dagegen für effiziente Märkte und profitieren von Vorteilen, wie extrem günstigen Gebühren sowie Einfachheit und hoher Liquidität.

Der durchschnittliche aktive Kapitalmanager schafft es jedoch nicht, über Jahre einen Mehrwert zu erzielen.

Damit ist für einen Grossteil der Sparer in der Welt klar, wohin die Reise bei ihrer Vermögensverwaltung beziehungsweise Kapitalanlage geht.

11.02.2026/kut.

Aktive Anlagestrategien lohnen sich nur in wenigen Fällen

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