
Roboter ziehen in vielen Bereichen des Lebens ein. In der Medizin steigt die Bedeutung in der Schweiz rasant – aber mit einem zweischneidigen Schwert.
In Schweizer Spitälern operieren Ärzte immer seltener allein.
Im Jahr 2025 seien 22.324 roboterassistierte Eingriffe durchgeführt worden, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am Freitag mit.
Anstieg um 225 Prozent
Dies waren 25 Prozent mehr Operationen in der roboterunterstützten Chirurgie als im Jahr 2024.
Am grössten sei mit einem Plus von 225 Prozent seit 2022 der Anstieg in der orthopädischen Chirurgie, hiess es weiter.


Die Robotertechnik komme bei Prostata- und Nierenentfernungen mittlerweile sogar fast immer zum Einsatz, fanden die Statistiker heraus. Der technische Fortschritt ist also enorm.
Weniger Spitalpflege
Der Einsatz von Robotern bei medizinischen Eingriffen hat zahlreiche Vorteile.
So bleiben laut dem BFS etwa Personen, die mithilfe eines Roboters operiert werden, generell weniger lang im Spital.
Das bedeutet, dass die Wunden rascher verheilen und das Gesundheitswesen zumindest bei diesen Spitalpflegekosten etwas Geld spart.
Mehr oder weniger Kosten?
Finanziell gesehen seien robotergestützte Eingriffe für die Kliniken aber defizitär, mit Ausnahme von Knieprothesen und Prostataentfernungen, erklärte das BFS weiter.
Doch die Ausgaben der Grundversicherung unterscheiden sich teils drastisch, wenn die Roboter an die Patienten dürfen.

Eine Hernienoperation, also das Schliessen einer Lücke in der Bauchwand, kostet im Schnitt ohne Roboter rund 8000 Franken je Eingriff.
Kommt die moderne Technik zum Einsatz, steigen die Kosten für die Grundversicherung fast auf 12.000 Franken je Operation, was zeigt, dass es deutlich nach oben gehen kann.
Ganzheitliche Betrachtung nötig
Bei Knieoperationen spielt es dagegen keine Rolle, ob ein Roboter die Eingriffe unterstützt.
Die Statistiker fanden heraus, dass mit und ohne Robotereinsatz die Kosten jeweils bei rund 16.000 Franken liegen.
Nicht immer, wo der Einsatz von neuer Technologie möglich ist, ist es auch insgesamt sinnvoll. Es braucht zumindest in der Medizin eine ganzheitliche Betrachtung.
03.10.2026/kut.




