
Die Konjunktur erholt sich immer mehr. Doch Schweizer Ökonomen laufen den positiven Entwicklungen um Export-, Anlagen- und Bauboom hinterher.
Die Welt wird derzeit mit negativen Nachrichten geflutet.
Dies hat zwei Hauptgründe, denn die Algorithmen der Sozialen Medien haben einerseits gemerkt, dass die Menschen mit Horrormeldungen länger auf den Plattformen verweilen und sich dadurch auch mehr Werbung verkaufen lässt.
Verzerrtes Bild der Lage
Andererseits werden Hiobsbotschaften nachweislich besser gelesen als News, dass die Welt in Ordnung sei. Das ist der normale Schutzmechanismus, der zum Überleben der Menschheit beiträgt.
Doch positive Entwicklungen sollten genauso den Weg in die Öffentlichkeit finden, weil sich sonst ein verzerrtes Bild von der Lage verbreitet, das wiederum fatale Folgen haben kann.
Stark in der Annoymität
Seit geraumer Zeit entwickelt sich die Schweizer Wirtschaft deutlich bergauf.
Doch kaum ein Ökonom traute sich bisher hierzulande, seine Prognosen radikal nach oben anzupassen.
Gibt es dagegen eine anonyme Gruppe an Wirtschaftsexperten, wagen sie sich vor.
Verdopplung des Wachstums
So korrigierten 17 Ökonomen, die von der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich zum Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts BIP gefragt wurden, ihre Prognosen deutlich nach oben.
Statt wie noch im Juni von einem Plus von 0,9 Prozent zu sprechen, erwarten die Experten nun ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent, wie das KOF-Institut am Freitag bekanntgab.
Selbst für das kommende Jahr sind die Ökonomen dabei optimistischer.
Nullzinspolitik wirkt
Hauptursachen für den plötzlichen Optimismus sind mehr Investitionen in Ausrüstungen und am Bau. Die Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB lässt da grüssen, weil die Finanzierung günstig ist.
Die Erwartungen für das Jahr 2026 wurden bei Anlageinvestitionen von 0,9 auf 1,5 Prozent korrigiert.
Die Bauinvestitionen hoben die Ökonomen mittlerweile von einem Plus von 1,4 auf 2,4 Prozent an. Die ganze Schweiz ist ja ohnehin förmlich mit Baukränen überzogen.

Doch auch die Schweizer Exporte um Roche, Novartis, Nestlé, Lindt, ABB, Richemont, Swatch & Co. laufen extrem gut, was die Wirtschaftsexperten endlich honorieren.
Verglichen mit der vergangenen Umfrage revidierten die Ökonomen ihre Prognose bei den Ausfuhren für das laufende Jahr von 0,5 auf 2,5 Prozent an.
Mehr kann man innerhalb von 3 Monaten wohl kaum danebenliegen.
Börsenanstieg in Sicht
Bei Inflation und Arbeitslosigkeit halten die Wirtschaftsweisen an ihren Erwartungen fest.
Für den Schweizer Aktienmarkt SPI soll es innerhalb von zwölf Monaten allerdings von aktuell 19.800 auf 20.633 Zähler nach oben gehen, teilte das KOF-Institut weiter mit.
Allerdings rechnen die Ökonomen innerhalb von drei Monaten mit einem SPI von 19.725 Punkten.
Da müssen die Experten wohl noch irgendein Haar in der Suppe in der Hinterhand haben. Sicher kommt es bald als Hiobsbotschaft an die Öffentlichkeit.
25.09.2026/ena.



