UBS unterliegt im Ständerat

Logo der UBS an der Zürcher Bahnhofstrasse
Der Ständerat verpasst der arroganten UBS einen Denkzettel. (Bild: muula.ch)

Die Schweiz will die Regulierung systemrelevanter Banken verschärfen. Die UBS blitzte dabei mit einer fragwürdigen Strategie im Ständerat ab.

Die Schweiz ringt derzeit mit harten Bandagen um neue Eigenkapitalregeln für die Grossbank UBS.

Sie ist nach dem Untergang der Credit Suisse (CS) vom Vorschlag für eine Regulierungsänderung als letzte verbliebene Grossbank quasi voll betroffen.

Eine Option für Notfall

Der Bundesrat und die Behörden wollen, dass die UBS ihre Auslandsbeteiligungen zu 100 Prozent mit Eigenkapital unterlegen muss.

Dies sichert die Möglichkeit, in einem Krisenfall die Auslandsaktivitäten zu verkaufen, ohne im Stammhaus in Kapitalnot zu geraten. Genau diese Option war beim Untergang der CS verwehrt geblieben.

Wie muula.ch stets korrekt berichtete, verzeichnete die CS in den USA einen Milliardenabschreiber und konnte die US-Holding nicht verkaufen, weil dann das Schweizer Stammhaus nicht mehr genügend Eigenmittel gehabt hätte.

UBS will Kosten vermeiden

Eine Unterlegung von 100 Prozent des Buchwertes mit Eigenkapital hätte einen Verkauf ermöglicht.

Daher wollen die Landesregierung, die Schweizerische Nationalbank SNB und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma eine vollständige Unterlegung.

Die UBS will das logischerweise nicht, denn so muss sie mehr Eigenmittel vorhalten, was die Rendite auf das Eigenkapital schmälert, und höhere Kosten verursacht.

Der Ständerat brachte daher einen anderen Vorschlag als 100 Prozent ins Spiel. Die UBS solle doch 50 Prozent an hartem Eigenkapital vorhalten müssen und die restlichen 50 Prozent mit sogenannten AT1-Anlagen beibringen, die im Notfall in Eigenmittel gewandelt werden könnten.

Eigenkapital ist teurer als AT1-Obligationen.

Klares Votum gegen UBS

Doch der Mechanismus hat schon beim Untergang der CS nicht funktioniert. Die Schweiz ist seit Jahren von Milliardenklagen bis vor Bundesgericht konfrontiert, wie muula.ch regelmässig berichtet.

Dies dürfte der kleinen Kammer eine Warnung gewesen sein.

Am heutigen Mittwoch stimmte die kleine Kammer mit 29 zu 16 Stimmen für eine 90-prozentige Kapitalunterlegung bei den Auslandsbeteiligungen.

Abstimmung im Ständerat zur UBS
Abstimmung im Ständerat zur UBS (Screenshot: muula.ch)

Der Vorschlag der UBS kam damit nicht als typisch Schweizerischer Kompromiss zum Zug. Der Kompromissvorschlag des Ständerats liegt mit nur 10 Prozent an AT1-Anleihen weit von der Vorstellung der Grossbank entfernt.

Grossbank agiert viel zu spät

Im Vorfeld hatte UBS-CEO Sergio Ermotti auch eine ziemlich ungewöhnliche Kampagne gefahren.

Wer den Vorschlag der Grossbank nicht unterstütze, verstehe nichts von der Materie, hatte der Starbanker gleich mehrfach viele Menschen in der Schweiz vor den Kopf gestossen.

Hinzu kam ein Angriff auf die SNB und die Finma, die ihre Mitschuld am Untergang der CS nur kaschieren wollten.

Doch beim Entlarven der Behördenfehler bezüglich des CS-Untergangs hätte Ermotti beispielsweise die Sicht des Wirtschaftsnews-Portals muula.ch viel früher als ein paar Tage vor dem Ständeratsentscheid stützen müssen, damit die Schweiz die wahren Ursachen für den Kollaps der CS auch korrekt versteht.

Wegzug möglich

Die Schweizer Politik zeigt nun, dass sie nicht gewillt ist, erneut viel Geld der Steuerzahler für eine Grossbank zu riskieren.

Die UBS hatte mehrfach im Vorfeld mit höheren Kreditkosten für die Schweiz sowie dem Wegzug aus dem Land gedroht, falls die Regulierungsschraube zu sehr angezogen würde.

Doch davon liess sich eine Mehrheit im Ständerat nicht beeindrucken.

Vielleicht wäre ein Weggang der UBS aus der kleinen Schweiz gar keine schlechte Lösung, dürfte sich die kleine Kammer wohl gesagt haben.

Eine allmächtige Bank ist nämlich auch ein Grossrisiko für das kleine Land.

23.09.2026/kut.

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