Schweizer Forschungsmilliarden landen im Ausland

Eine Hand mit Reagenzgläsern in einem Labor
Spitzenforschung sichert die Zukunft. (Bild: pixabay)

Der Bund gibt immer mehr für Forschung und Entwicklung aus. Doch ein grosser Teil von dem Staatsgeld landet gar nicht in der Schweiz.

Die offizielle Schweiz hat 2025 einen neuen Höchststand bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung verzeichnet.

Die Aufwendungen stiegen um 25 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken, teilte das Bundesamt für Statistik BFS unlängst mit.

Personalaufbau beim Bund

Der Schweizer Staat gibt dabei immer mehr Steuergeld aus.

Vor ein paar Jahren war es erst 1 Milliarde Franken pro Jahr gewesen. Nun sind es schon mehr als dreimal so viel.

Auch der Bestand an eigenem Forschungspersonal steigt kontinuierlich.

Forschungsausgaben des Bundes
Der Bund gibt dreimal mehr für Forschung aus als vor einigen Jahren. (Quelle: BFS)

Das meiste Geld, nämlich rund 41 Prozent, davon ging an den Schweizerischen Nationalfonds.

Er erhielt rund 1,2 Milliarden Franken, um damit seine Forschungsprogramme zu finanzieren.

Grossteil geht an Brüssel

Internationale Organisationen im Ausland bildeten mit einer Summe von 916 Millionen Franken beziehungsweise 31 Prozent aber die zweitgrösste Empfängergruppe.

Empfängerstellen von Bundesgeld für Forschung und Entwicklung

Dieser Betrag habe die Zahlungen für das Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation (RPFI) «Horizon Europe» von 623 Millionen Franken sowie die Beiträge an andere internationale Forschungseinrichtungen umfasst, erklärten die Statistiker.

Gemeinsame Erkundungen im All

So erhielt die Europäische Weltraumorganisation (ESA) 196 Millionen Franken und das Europäische Laboratorium für Teilchenphysik (CERN) 47 Millionen Franken von Bundesbern.

Bundesangestellte in der Forschung
Bundesangestellte in der Forschung, etwa bei Agroscope. (Quelle: BFS)

Ausländische Organisationen ermöglichten die Finanzierung gross angelegter internationaler Forschungsprojekte, hiess es weiter.

So hätten beispielsweise mehrere im Rahmen der ESA durchgeführte Forschungsprojekte, an denen die Schweiz beteiligt war, zum Erfolg der jüngsten Mondmission ARTEMIS II beigetragen, lobte das BFS die Zahlungen.

Andere Länder viel besser

Im vergangenen Jahr leistete der Bund weiterhin Direktzahlungen für laufende Forschungsprojekte, die während der Nichtassoziierung der Schweiz bei «Horizon Europe» von 2021 bis 2024 als Übergangsmassnahme eingerichtet worden waren.

Da hat die offizielle Schweiz also nun quasi doppelt gezahlt.

Die Privatwirtschaft liegt bei den Forschungsausgaben im internationalen Vergleich nicht an einer Spitzenstelle.

Andere Länder, wie Israel, Korea, Japan und die USA, waren da besser. Staatliche Forschung lautet das Motto da wohl in der Schweiz.

Umverteilung von Steuergeld

Der Schweizer Staat nimmt seinen Bürgern und Firmen über Steuern sowie Abgaben das Geld weg und verteilt es an Forschungsinstitutionen.

Klar, Forschung bedeutet Zukunftssicherung.

Und dann fliessen im Laufe der Jahre aber Milliarden ins Ausland ab.

Fragwürdiger geht es da wohl kaum.

05.07.2026/kut.

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