
Die Schweiz ist von Arbeitslosigkeit zwar kaum betroffen. Doch schaut man ins Detail, zeigen sich die Hauptgründe des existierenden Problems.
Jedes Land steuert in seinen Statistiken irgendwelche Problemfälle aus, um niedrige Arbeitslosenzahlen ausweisen zu können.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco kommt so auf eine Arbeitslosenquote für die Schweiz von zuletzt nur 3,0 Prozent.
Monatsregel statt Anmeldung
Doch um Vergleiche zwischen Ländern zu ermöglichen, hat das Internationale Arbeitsamt ILO vergleichbare Zahlenreihen entwickelt.
Dort liegt die Erwerbslosenquote mittlerweile bei 5,2 Prozent, weil alle Personen gezählt werden, die in den vergangenen vier Wochen aktiv nach einer Arbeit gesucht haben und für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar wären.
Das Seco erfasst beispielsweise nur Personen, die sich auch bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV als arbeitslos registriert haben.
Italien holt stark auf
Mit den ILO-Zahlen sieht die Schweizer Erwerbslosenquote gar nicht mehr ganz so rosig aus, weil einzelne Länder besser dastehen als die Schweiz, wie das Bundesamt für Statistik BFS bekanntgab.
In Deutschland erhöhte sich die Erwerbslosenquote im ersten Quartal zwar von 3,7 auf 4,2 Prozent. Der Wert liegt aber deutlich unter jenem der Schweiz. In Frankreich liegt die Quote mittlerweile bei 7,8 Prozent und in Österreich bei 6,2 Prozent.

In Italien zeichnet sich dagegen ein Wirtschaftsaufschwung ab und die Erwerbslosenquote verringerte sich von 6,8 auf mittlerweile Schweizer Verhältnisse von rund 5,3 Prozent. Doch die Teilnahme am Erwerbsleben ist in der Schweiz viel höher als in Italien.
Schweizer deutlich privilegiert
Wer ist aber in der Schweiz überhaupt ein Problemfall?
Die Antwort auf diese Frage liefert die Aufschlüsselung der ILO-Zahlen nach Nationalitäten.

Dabei zeigt sich, dass Schweizer eine rund halb so hohe Erwerbslosenquote als Ausländer aufweisen. Wie muula.ch berichtete, trennen sich Schweizer Firmen ohnehin zuerst von ausländischen Arbeitnehmern.
Doch problematisch sind die hohen Werte bei den Drittstaatenangehörigen. Personen aus EU/EFTA-Staaten verzeichnen nur halb so hohe Erwerbslosigkeit, wie Personen aus Afrika, Asien oder Amerika.
Spiegel humanistischer Schweiz
Die Drittstaatenproblematik existiert in der Schweiz aber auch nicht erst durch die Aufnahme vieler Ukrainer aufgrund des russischen Angriffskrieges.
Es ist ein Dauerzustand, dass rund jede 8. Person aus einem Drittstaat dauerhaft in der Schweiz keinem offiziellen Erwerb nachgeht.
Doch dabei spielt die humanistische Schweiz um Afghanen, Eritreer & Co. die Hauptrolle, weshalb die ILO-Werte diesbezüglich wohl noch lange hoch bleiben werden. Selbst das Seco weist zum Beispiel jeden zehnten Afrikaner in der Schweiz als arbeitslos aus.
Hochqualifizierte Chinesen, Inder, Amerikaner, Japaner oder Australier werden hierzulande kaum massenhaft auf der faulen Haut liegen, dass sie über Jahrzehnte in der Statistik auffallen.
19.05.2026/kut.





