Schweizer Kreuzfahrtschiff entkommt Iran-Konflikt

Ein Kreuzfahrtschiff auf offener See
Kreuzfahrtschiffe durchbrechen die Blockade im Persischen Golf. (Symbolbild: T. Wolter / pixabay)

In einer Rettungsaktion haben Reedereien ihre Kreuzfahrtschiffe in Nahost in Sicherheit gebracht. Auch die Genfer MSC war bei dem Manöver dabei.

Ein Schiff, das keine Waren oder Personen befördert und nur vor Anker liegt, kostet dennoch Geld.

Die Crews, Treibstoffe, Versicherungen & Co. müssen praktisch immer bezahlt werden.

Im Persischen Golf gestrandet

Daher war es für viele Reedereien seit Ausbruch des US-israelischen Angriffskrieges gegen die Islamische Republik Iran schwierig, noch Passagiere auf beliebten Kreuzfahrerrouten von Dubai, Doha, Muskat oder Abu Dhabi zu bedienen.

Die Passagiere nahmen mittlerweile vielerorts Reissaus.

Doch die Schiffe waren in der Golfregion quasi gefangen, weil sie die Strasse von Hormus nicht mehr passieren konnten. Containerschiffe und Tanker sowie Boote mit Flüssiggas LNG waren sowieso blockiert.

Bewilligungen vorgelegen

Nun gelang am Wochenende aber mehreren Kreuzfahrtschiffen, der Blockade zu entkommen, wie zahlreiche Medien berichteten.

Dies waren «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» von Tui sowie die «Euribia» der Genfer Reederei MSC. Sie fuhr von Dubai durch die Gewässer vor dem Sultanat Oman.

Die Firmen bestätigten gegenüber der Öffentlichkeit, dass die Boote im Konvoi durch die Meerenge vor dem Iran gefahren seien. Dabei hätte auch das Einverständnis von Behörden vorgelegen, hiess es weiter.

Von Containerschiffen gefolgt

Dennoch seien Funksprüche von den iranischen Revolutionsgarden mit Drohungen erhalten worden, berichteten einige Zeitungen.

In der Nähe von «Mein Schiff 4» sei sogar ein Einschlag registriert worden.

Letztlich sei aber alles glatt gegangen, wie auch Daten der Plattform «Vesselfinder.com» zeigen.

Vesselfinder zur MSC Euribia
Die MCS «Euribia» fuhr von Dubai durch die Strasse von Hormus. (Screenshot: muula.ch)

Hinter den Kreuzfahrtschiffen seien von MSC auch mehrere Containerschiffe aus der Konfliktregion herausgefahren, berichtete etwa die deutsche «Wirtschaftswoche».

Jahre auf Ersatz warten

Die erfolgreiche Befreiungsaktion der Kreuzfahrt- und Containerschiffe aus dem Persischen Golf dürfte die Reeder nun sehr freuen.

Auch die Assekuranz kann aufatmen, denn unklar war, ob und wenn ja, wie hoch die Boote sowie deren Ladungen versichert waren.

Erschwerend kommt für die Schifffahrtsgesellschaften hinzu, dass sie im Falle einer Zerstörung jahrelang auf einen Ersatz hätten warten müssen, denn die wenigen verbliebenen Werften auf der Welt sind immer gut ausgelastet.

Daher ist das Manöver umso riskanter.

Krisenregion umgehen

Ein Schiff, das weder Waren noch Personen transportiert, kostet viel Geld und bringt keine Einnahmen.

Nunmehr können die Firmen sowie die Reiseveranstalter ihre drei Vergnügungsboote sowie Containerschiffe wieder andernorts einsetzen und Umsätze genieren.

Die Nahost-Region werden sie dabei wohl weiträumig umfahren.

20.04.2026/kut.

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