
Die Amerikaner wollen den Schweizern mehr Waren verkaufen und erhöhten daher den Druck. Diese Erpressung wirkt, doch sie ist aussichtslos.
Die Schweiz kauft den USA monatlich Waren im Wert von rund 1 Milliarde Franken ab.
Doch zum Jahresbeginn stiegen die Einfuhren aus den USA um 33,4 Prozent auf über 1,3 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG am heutigen Donnerstag zu den neuesten Aussenhandelszahlen bekanntgab.
Kauf unter Zwang
Das Plus bei den Einfuhren aus Nordamerika sei beinahe komplett auf die markant gestiegenen Bezüge aus den USA der Schweizer Chemie zurückzuführen, hiess es weiter.
US-Präsident Donald Trump erhöhte mit Strafzöllen den Druck auf die Welt, um mehr US-Waren abzusetzen und die jeweiligen Handelsbilanzdefizite zu reduzieren.
Die Schweiz folgte dem Ansinnen brav und kauft mit dem günstigeren Dollar auch mehr in den USA ein.
Weniger Fahrzeuge und Energie
Letztlich schloss die Schweiz den Januar aber weiterhin mit einem Handelsbilanzüberschuss ab.
Diesmal betrug die Differenz aus Exporten und Importen hohe 3,6 Milliarden Franken. Die Exporte erhöhten sich zum Jahresanfang um 2,3 Prozent auf 23 Milliarden Franken, weil Chemie und Pharma weiterhin floriert.
Die Importe gingen zum Vormonat über alles gesehen um 0,9 Prozent auf 19,4 Milliarden Franken zurück.
Dies sei auf die rückläufigen Einfuhren von Fahrzeugen, Maschinen, Elektronik und Apparaten sowie Energieträgern zurückzuführen, erklärte die Zollverwaltung weiter.
Monatsdefizit bei 2 Milliarden
Bezogen auf die geografische Entwicklung setzte die Schweiz lediglich in Europa mehr Güter ab, wobei die Nachfrage innert Monatsfrist um 5,3 Prozent oder 680 Millionen Franken stieg.
Der Versand nach Asien und Nordamerika ging um 3,5 und 7,2 Prozent zurück.
Die Exporte der Schweiz in die USA sanken um 7,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken. Die Differenz zu den deutlich gestiegenen Importen beträgt immer noch rund 2 Milliarden Franken.
Druck zur Verlagerung
Das heisst, die Schweiz hat in nur einem Monat einen Handelsüberschuss und wird ihn wohl auch nie beseitigen können.
Rund 9 Millionen Bewohner der Schweiz können quasi 350 Millionen Amerikanern nie mehr Waren abkaufen.
Es sei denn, und das erklärten Trumps Wirtschaftsverantwortliche der Schweizer Delegation am Weltwirtschaftsforum WEF 2026 in Davos, die Schweizer Chemie- und Pharmaindustrie verlagert ihre Aktivitäten zu grossen Teilen in die USA.
Dann fallen die Handelsbeziehungen zusammen, weil keine Güter mehr ausgetauscht werden müssen.
Eine Milliarde weniger US-Exporte
Wie schwierig die Situation mit den USA ist, verdeutlichen auch die Vorjahreszahlen im Januar.
Damals waren die US-Exporte nach einem guten Dezember 2024 um rund 20 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken eingebrochen. Die US-Einfuhren waren kurz nach Trumps zweiten Amtsantritt um 2,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken gestiegen.
Zu den heutigen Zahlen sind dies rund 1 Milliarde Franken an Exporten, welche die Schweiz weniger in den USA absetzt, und rund 150 Millionen Franken, welche die Schweizer den Amerikanern mehr abkaufen.
19.02.2026/kut.




